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Corona-Pandemie Was das Ende der Impfpriorisierung für Impfwillige bedeutet

Ab 7. Juni soll es keine festgelegte Impfreihenfolge mehr geben. Wie schnell kommt man jetzt an einen Termin? Werden Priorisierte trotzdem weiter bevorzugt? Die wichtigsten Fragen.
18.05.2021 - 13:47 Uhr 3 Kommentare
Ab dem 7. Juni soll sich jeder um einen Impftermin bemühen können. Quelle: dpa
Corona-Impfung

Ab dem 7. Juni soll sich jeder um einen Impftermin bemühen können.

(Foto: dpa)

Berlin In wenigen Wochen sollen sich alle Menschen in Deutschland einen Corona-Impftermin besorgen können – so sehen es die Pläne von Bund und Ländern vor. Am 7. Juni fällt die festgelegte Reihenfolge, heißt es im Beschluss von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und seinen Ressortkollegen aus den Bundesländern.

Mit ihrem Vorpreschen wollen Bund und Länder das Impftempo weiter erhöhen. Mehr als 40 Millionen Corona-Impfdosen sind insgesamt verabreicht. 37 Prozent der Bundesbürger sind mindestens einmal geimpft – mehr als elf Prozent komplett. Doch die Entscheidung wirft einige Fragen auf. Eine Übersicht:

Wie komme ich jetzt an eine Impfung?

Mit der Entscheidung können sich alle Impfwilligen um einen Termin bei ihren Hausärzten, behandelnden Fachärzten, im Impfzentrum oder über den Betriebsarzt bemühen. Meist ist dafür Eigeninitiative gefragt. Wer sich also impfen lassen will, muss sich bei seinem Arzt melden und landet dort meist auf einer Warteliste, kann auf den Impfportalen der Bundesländer einen Termin in einem Impfzentrum ergattern oder sich über die Bundeshotline 116117 melden.

Komme ich jetzt schneller an eine Impfung?

Für die allermeisten Impfwilligen wird die Aufhebung der Reihenfolge zuerst nicht dazu führen, dass sie schneller an einen Termin kommen. Spahn dämpfte die hohen Erwartungen, da wegen der aktuell erwarteten Liefermengen nicht gleich alle Impfwilligen bereits im Laufe des Juni geimpft werden könnten. „Die Impfkampagne wird wie angekündigt bis zum Ende des Sommers fortgesetzt werden müssen“, sagte er.

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    Dies liegt an mehreren Faktoren. Zum einen ist es gerade schwer, überhaupt einen Impftermin zu ergattern. Bereits die Ankündigung einiger Bundesländer in der vergangenen Woche, die Reihenfolge aufzuheben, sorgte bei den Hausärzten für einen gewaltigen Ansturm. Sie berichten von belegten Telefonen bis hin zu aggressiven Impfwilligen.

    Verbände warnen sogar davor, dass der Ansturm es gar erschwere, einen Impftermin zu erhalten – und diejenigen übergangen werden, die laut der Priorisierung eigentlich dran wären. „Das kostet dann genau die Zeit, die es eigentlich bräuchte, um Termine mit denjenigen zu vereinbaren, die etwa aufgrund von Vorerkrankungen möglichst rasch geimpft werden sollten“, warnte Ulrich Weigeldt, Chef des Hausärzteverbands, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

    Das liegt auch daran, dass die Nachfrage auch schon vor der Ankündigung der Aufhebung größer war als das Impfstoffangebot. So bestellten die Praxen für diese Woche insgesamt 1,9 Millionen Dosen Biontech und eine Million Dosen Astra-Zeneca, geliefert werden allerdings nur 1,6 Millionen Dosen des deutschen Herstellers und 850.000 des britisch-schwedischen.

    Die Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, hatte gesagt, durch die Entscheidung gebe es nicht mehr Impfstoff, „sondern einfach noch mehr Menschen, die um ein knappes Gut konkurrieren“. Wer besonders drängele, komme dadurch möglicherweise früher zum Zug als Menschen, die besonders geschützt werden müssten. Schon jetzt fühlten sich viele niedergelassene Ärzte „wie die letzte Mauer“ bei der Impfstoffvergabe.

    Werden Priorisierte auch nach der Aufhebung bei der Terminvergabe bevorzugt?

    Entscheidend ist dafür der Impffortschritt. Bund und Länder gehen davon aus, dass bis zum Stichtag die dritte und letzte Impfgruppe ein Impfangebot erhalten hat. Zu ihr gehören neben über 60-Jährigen auch Berufsgruppen, die nicht im Homeoffice sein können – etwa Supermarktverkäuferinnen und Busfahrer.

    Mehr als 70 Prozent der über 60-Jährigen sind bereits mindestens einmal geimpft, fast 25 Prozent vollständig. Und bis zum 7. Juni stehen auch noch mindestens 15 Millionen geplante Impfungen an.

    Eine Gruppe 4 gibt es in der Impfverordnung nicht: Dann kommen alle dran. Der Impffortschritt unterscheidet sich aber unter den Bundesländern und teils in einzelnen Regionen sehr stark. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 41,4 Prozent. Sachsen liegt mit 32 Prozent zurück.

    Einige Bundesländer wären also schneller dran als andere. Es ist davon auszugehen, dass dort, wo zum Stichtag die vierte Gruppe noch nicht dran ist, Ärzte auch weiterhin nach Priorisierung impfen werden. Generell sollen noch im Rahmen der Priorisierung vereinbarte Termine für Erst- und Zweitimpfungen von der Impffreigabe unberührt bleiben.

    Was gilt vor dem 7. Juni?

    Einige Länder sind mit der Freigabe in Arztpraxen vorgeprescht. So dürfen sich in Baden-Württemberg seit Montag die Menschen bereits ohne Eingruppierung impfen lassen. Nur der Impfstoff von Moderna bietet sich laut Landesapothekerkammer wegen des Transports nicht für Praxen an.

    In den Impfzentren bleibt die Priorisierung aber erhalten, damit dort Menschen mit hohem Risiko auf jeden Fall zuerst geimpft werden. In Bayern soll die Priorisierung bei den Hausärzten im Laufe der Woche fallen. Brandenburg gab lediglich die Prioritätsgruppe 3 vollständig frei.

    Hessen will von Juni an die Registrierung für die Impfungen für alle Bürger öffnen. Frühere Impffreigaben in einzelnen Ländern sollen dem Bundesvorschlag zufolge bestehen bleiben können.

    Mit den Impfstoffen von Astra-Zeneca und Johnson & Johnson kann man sich schon jetzt ohne Zugehörigkeit zu einer Vorranggruppe impfen lassen. Sie können aber in seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen haben und sind daher in der Regel bei Menschen ab 60 vorgesehen. Bei Jüngeren sind vorher ärztliche Aufklärung und eine individuelle Risikoanalyse vorgeschrieben.

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Spahn hebt Impfpriorisierung ab 7. Juni auf – Entscheidung sorgt für Kritik

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    3 Kommentare zu "Corona-Pandemie: Was das Ende der Impfpriorisierung für Impfwillige bedeutet"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Unser Gesundheitsmisnister ist ein Fachmann in Sachen Kostensparen und Verprellen von Leistungsträgern.

      Die Impfzentren zu früh aufgebaut, weil er nicht nin der Lage war, ausreichend Impfstoff bereitzustellen.
      Die Ärzte in den Impfzentren sehr gut dotiert, können aus demselben Grund kaum Leistung erbrigen.

      Also ran an die Arztpraxen: Kosten runter, Pro Impfung 20 €, aber bereitstellen der gesamten Infrastruktur und kompette Organisation über Telefonleitungen sowie die Administration Impfausweises manuell.
      Schnell noch eine ganz große Idee nachgeschoben: Die können doch auch gleich den elektronischen Impfausweis admnistrieren. Bezahlt haben wir die ja schon.

      Und schon wieder ne klasse idee vom Gesundheisminister: Aufhebung der Impfpriorisierung. jeder kann wann er will. Ihr, meine Bürger, müsst Euch nur mit Eurren Hausärzten abstimmen. Also Massenansturm in den Praxen, gedrängel, Telefonleitungen blockiert etc. p.p. Die 20 € pro potentiell Geimpften sind da bereits im Vorfeld aufgebraucht. Aber was soll es. Herr Spahn hatte eine gute Idee und auch noch gespart?

      Nach Kompettversagen in der Impfbeschaffung sowie diversen anderen markanten Fehlentscheidungen sind die aktuellen Verkündungen unseres Gesundheitsministers wohl eher darauf ausgerichtet eine gewisse Reputation als Krisenmanager aufzuzeigen und damit dem weiteren politischen Werdegang des Herrn Spahn dienen zu sein soll. Defakto ist diese Handlungsweise aber gegen jede Logik. Die Masse wird ungesteuert auf die Hausarztpraxen losgelassen. Auszubaden haben es wieder einmal jene, die an der Front arbeiten. Ärzte und medizinisches Persona, denn es erzeugt Chaos, ärger, Überlastung des Systems der Hausärzte und ... deren Rückzug aus dem Impfprozess.

      Herr Spahn soltle sich besser auf praxisgerechte Lösungen konzentrieren!

    • Mein Tipp ist - einfach persönlich in den Praxen erscheinen, und höflich nach einem Termin fragen.Hatte in meinem Fall durchschlagenden Erfolg : Letzten Freitag, um 11:45 Uhr, hatte ich gefragt, und noch am selben Tag einen Impftermin erhalten ( bin in keiner Priogruppe, war allerdings einverstanden , mich mit Astra impfen zu lassen).Online Anmeldungen kann man dagegen vergessen - bis heute keinerlei Reaktion.

    • In Duisburg und allen Nachbarstädten sind lt. 116117 bis Ende Mai keinerlei Impftermine für Prio 3 Impfwillige zu bekommen. Wenn man jetzt die Priorisierung aufhebt wird das leider wieder im Impfchaos enden.

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