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CoronakriseLaschet fordert harten Brückenlockdown: Ausgangssperre, mehr Homeoffice und weniger Kontakte

Der CDU-Chef spricht sich nun doch für einen harten Lockdown gegen die dritte Welle aus. Die Maßnahmen will Laschet bei Bund-Länder-Beratungen noch in dieser Woche besprechen. 05.04.2021 - 17:14 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der neue CDU-Vorsitzende will mit einem harten Lockdown die Zeit überbrücken, bis viele Erstimpfungen vollzogen sind.

Foto: dpa

Aachen. Mitten in der dritten Corona-Welle werden die Rufe nach einer Verschärfung der Pandemie-Beschränkungen im April lauter. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet forderte am Montag einen „Brücken-Lockdown“, mit dem die Zeit überbrückt werden solle, bis viele Menschen geimpft seien.

Die Lage erfordere es, „dass wir nochmal in vielen Bereichen nachlegen“, sagte der CDU-Bundesvorsitzende nach einem Besuch des Impfzentrums der Städteregion Aachen. Er sei sich bei seiner Einschätzung der Lage mit vielen Ministerpräsidenten, Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) einig.

Laschet sprach sich in Aachen dafür aus, die für den 12. April geplante Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder auf die kommenden Tage vorzuziehen. Es seien nun mehr Tempo und klare Entscheidungen notwendig. Die Ministerpräsidentenkonferenz mit Merkel müsse noch in dieser Woche in Präsenz tagen.

Einen möglichen Termin dafür gibt es aber noch nicht. Der Bund sei immer bereit, zu beraten, wenn es sich als erforderlich erweise, hieß es am Montag aus Regierungskreisen in Berlin. Die Runde müsse aber gut vorbereitet sein, so dass bereits vorher im Wesentlichen klar sei, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten.

Das deckt sich mit den Äußerungen Laschets. „Wir dürfen nicht wieder eine Ministerpräsidentenkonferenz erleben wie beim letzten Mal. Mit stundenlangen Diskussionen, mit stundenlangen Auszeiten.“

Laschet will mehr Arbeitnehmer im Homeoffice

Nötig seien weniger private Kontakte, sagte Laschet mit Blick auf seine Forderung nach einem „Brückenlockdown“. Das könnte auch Ausgangsbeschränkungen in den Abend- und Nachtstunden bedeuten. Diese seien ein effektives Mittel, um Kontakte im privaten Raum zu reduzieren. Zudem müsse man sich auf das Notwendige bei Kitas und Schulen fokussieren – bei gleichzeitiger Absicherung durch flächendeckende und eng getaktete Tests.

Mehr müsse zudem im Bereich Homeoffice getan werden. „Es sind immer noch viel zu viele Menschen in Bewegung zum Arbeitsplatz“, sagte Laschet. In den zwei bis drei Wochen des Lockdowns müsse die Homeoffice-Offensive der Wirtschaft nochmals vorankommen.

Dazu werde die Bundesregierung diese Woche nochmals mit den Wirtschaftsverbänden auch über Testungen sprechen. Es müsse zudem bei der Schließung der Gastronomie bleiben, außerdem müsse es im gesamten Freizeitbereich nochmals eine Reduzierung geben.

Spahn stellt Freiheiten für Geimpfte in Aussicht

Spahn hatte zuvor über das Osterwochenende Hoffnungen gemacht, dass vollständig Geimpfte nach der dritten Infektionswelle genauso wie Negativgetestete schneller Freiheiten beim Einkaufen und Reisen zurückerhalten könnten. Das bekräftigte der Gesundheitsminister am Montag in Berlin.

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In der „Bild am Sonntag“ hatte er sich zuvor auf eine Auswertung neuester Erkenntnisse durch das Robert Koch-Institut (RKI) bezogen: Demnach sei das Übertragungsrisiko zwei Wochen nach der zweiten Impfung wahrscheinlich sogar geringer als nach einem negativen Schnelltests von symptomlosen Infizierten.

Die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung überschritt über Ostern erstmals seit zwei Monaten wieder die Marke von 4000. So lagen am Montag 4144 Corona-Fälle auf der Intensivstation, wie die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in ihrem täglichen Corona-Bericht schrieb. Das sind 93 Patienten mehr als am Vortag und über 500 mehr als vor einer Woche. Anfang Januar hatte die Zahl der Covid-Intensivpatienten einen Höhepunkt mit mehr als 5500 Fällen erreicht.

dpa
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