Deutscher Arbeitgebertag: Arbeitgeberpräsident Dulger: „Die Stimmung in der Breite der Wirtschaft ist gekippt“
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger: „Schönreden ist keine Alternative mehr zum Handeln.“
Foto: dpaBerlin. Arbeitgebertage sind immer auch eine Bühne für den politischen Wettbewerb. Und aus Sicht der Wirtschaft stellt die richtigen Fragen in diesem Jahr der Oppositionsführer. „Wollen wir eigentlich noch ein wettbewerbsfähiger Industriestandort bleiben?“, fragt CDU-Chef Friedrich Merz. „Sind wir in diesem Land noch veränderungsbereit?“
Diese Veränderungsbereitschaft, Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag auch mal über Bord zu werfen, und den Willen, den Standort Deutschland wieder nach vorn zu bringen – das vermissen die Unternehmer, die sich am Dienstag im Berlin Congress Center in der Nähe des Alexanderplatzes versammelt haben.
Sie sind unzufrieden mit der Politik, die keine vier Kilometer entfernt im Regierungsviertel gemacht wird. Denn die Attraktivität des Standorts habe massiv gelitten, sagt Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger.
Jedes vierte Unternehmen mit mehr als 3000 Beschäftigten spiele mit dem Gedanken abzuwandern. Schönreden sei keine Alternative mehr zum Handeln, betont Dulger: „Die Stimmung in der Breite der Wirtschaft ist gekippt.“
Eine Abfolge von Krisen – Corona, Ukrainekrieg, jetzt der Hamas-Terror in Israel und die Sorge vor einem „Flächenbrand“ – hat die deutsche Wirtschaftsleistung schrumpfen lassen. Gerade erst musste die Bundesregierung ihre Wachstumserwartung nach unten korrigieren, der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht Deutschland als Wachstumsschlusslicht unter den entwickelten Volkswirtschaften.