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KonjunkturRegierung erwartet 2024 Wachstum dank deutlich geringerer Inflation

Wirtschaftsminister Habeck erwartet, dass die deutsche Wirtschaft 2023 um 0,4 Prozent schrumpft. Für die Zeit danach rechnet er mit einem klaren Umschwung.Julian Olk 11.10.2023 - 14:15 Uhr aktualisiert Artikel anhören

In der Frühjahrsprojektion hatte die Regierung noch ein Plus in gleicher Höhe erwartet.

Foto: Reuters

Berlin. Die Bundesregierung erwartet in ihrer neuen Konjunkturprognose ab dem kommenden Jahr wieder ein deutlicheres Wirtschaftswachstum. Im laufenden Jahr soll die deutsche Wirtschaft noch um 0,4 Prozent schrumpfen. Im Frühjahr war man noch von einem Wachstum in Höhe von 0,4 Prozent ausgegangen. Nach einem schwachen dritten Quartal rechnet die Regierung aber mit einer vor allem binnenwirtschaftlich getragenen Erholung zum Jahreswechsel.

2024 soll die deutsche Wirtschaft dann wieder zulegen. Die Bundesregierung erwartet ein Wachstum von 1,3 Prozent. 2025 soll das Plus bei 1,5 Prozent liegen. Das erklärte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch bei der Vorstellung der Konjunkturprognose in Berlin. Das Handelsblatt hatte bereits am vergangenen Freitag erstmals über die Zahlen berichtet.

„Wir sehen momentan konjunkturelle Schwierigkeiten, ausgelöst durch die Nachwehen der Energiepreiskrise, die notwendige Inflationsbekämpfung der EZB und das Schwächeln wichtiger globaler Wirtschaftspartner“, sagte Habeck. Auch gebe es geopolitische Konfliktherde, die die Unsicherheit erhöhten. „Wir kommen daher langsamer aus der Krise heraus als gedacht.“

Der Weg für eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung sei dann aber frei, erklärte der Vizekanzler: „Der Rückgang der Inflation ist deutlich und damit steigen auch wieder die Realeinkommen, was die Grundlage für eine binnenwirtschaftliche Belebung ist.“

Die Bundesregierung geht in ihrer neuen Konjunkturprognose von einem deutlichen Rückgang der Inflationsrate aus. In diesem Jahr soll sie noch bei rund sechs Prozent liegen, 2024 soll sie dann auf 2,6 Prozent sinken. Hintergrund des Rückgangs sei, dass die Energiepreise sich stabilisieren würden, wenn auch auf einem höheren Niveau. Eine gute Lohn- und Gehaltsentwicklung sowie ein robuster Arbeitsmarkt stützten zudem.

Gute Nachrichten aus der Industrie

Erste Anzeichen der konjunkturellen Aufhellung in den nächsten Monaten kamen zuletzt aus dem verarbeitenden Gewerbe. Nach dem Einbruch im Juli hat die deutsche Industrie im August wieder deutlich mehr Aufträge eingesammelt. Das Neugeschäft kletterte um 3,9 Prozent zum Vormonat und damit fast doppelt so stark wie erwartet, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Erste Anzeichen der konjunkturellen Aufhellung in den nächsten Monaten kamen am Freitag aus dem verarbeitenden Gewerbe.

Foto: IMAGO/Rupert Oberhäuser

Auch ohne Großaufträge, die das Neugeschäft oft verzerren, gab es im August ein Plus von 3,9 Prozent. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang von Juni bis August nun um 4,9 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor. Stimmungsindikatoren signalisierten, „dass die Industriekonjunktur im dritten Quartal ihre Talsohle erreicht haben könnte“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium.

Steigende Zinsen und hohe Energiepreise dämpfen derzeit die Nachfrage der heimischen Wirtschaft. Die Bestellungen aus dem Inland stiegen im August dennoch um 4,0 Prozent zum Vormonat. Die Auslandsnachfrage erhöhte sich um 3,9 Prozent und damit genauso stark wie die aus der Euro-Zone und die von außerhalb der Währungsunion.

Schwächer sieht es bislang hingegen beim privaten Konsum aus. Denn Verunsicherung und eine hohe Sparneigung drücken die Stimmung der Verbraucher auf den tiefsten Stand seit April. Das Marktforschungsinstitut GfK sagt für Oktober einen Rückgang ihres Barometers um 0,9 auf minus 26,5 Punkte voraus. „Damit dürften die Chancen auf eine Erholung der Konsumstimmung noch in diesem Jahr auf null gesunken sein“, erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl kürzlich.

Die Bürgerinnen und Bürger blicken zwar etwas weniger pessimistisch auf die Konjunktur sowie ihre eigenen Finanzen. Auch die Bereitschaft für größere Käufe stieg ein wenig. Bürkl schränkte jedoch ein: „Ein deutlicher Anstieg der Sparneigung lässt das Konsumklima allerdings erneut sinken.“

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich etwas schwächer als erwartet. Aber Arbeitslosigkeit bleibt in Deutschland ein Randthema. „Die einsetzende Herbstbelebung fällt in diesem Jahr vergleichsweise gering aus“, sagte Vorstand Daniel Terzenbach von der Bundesagentur für Arbeit (BA) vor ein paar Tagen.

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Die BA verzeichnete im September 2,627 Millionen Arbeitslose, das waren 69.000 weniger als im August und 141.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent.

„Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nehmen zwar ab, jedoch weniger als in einem September üblich“, erläuterte Terzenbach. Grundsätzlich sei der Arbeitsmarkt aber nach wie vor stabil.

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