Energie: Regierungsstudie sieht großes Potenzial für Solarenergie an Autobahnen
Berlin. Die Bundesregierung sieht entlang von Autobahnen und Bundesstraßen große Flächen für den Bau von Solaranlagen. Insgesamt könnten dort über 50 Gigawatt Leistung installiert werden, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie im Auftrag des Verkehrsministeriums.
Zum Vergleich: Derzeit sind in Deutschland um die 90 Gigawatt insgesamt in Betrieb, die etwa elf Prozent des Stromverbrauchs abdecken. Die Regierung hatte per Beschleunigungsgesetz 2023 einen schnelleren Ausbau im Abstand von bis zu 200 Metern Straßen und auch Schienen möglich gemacht. Hier gilt das "überragende öffentliche Interesse".
Das größte Potenzial entfällt auf die Flächen neben den insgesamt rund 50.000 Kilometern Fernstraßen (24 bis 48 Gigawatt). An Lärmschutzwänden- und -wällen könnten bis 4,8 Gigawatt und an Parkplätzen bis zu 1,2 Gigawatt installiert werden. Dachflächen an Gebäuden und überdachten Straßen, auf denen Solarmodule errichtet werden, räumt man nur kleineres Potenzial unter ein Gigawatt ein.
Staatssekretärin Susanne Henckel sagte, bei der Planung des Neu- und Ausbaus von Autobahnen solle künftig immer geprüft werden, inwieweit die zugehörigen Flächen für Photovoltaik-Anlagen genutzt werden könnten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen seien bereits 2023 mit dem Genehmigungsbeschleunigungsgesetz geschaffen worden. Für die praktische Anwendung sollten nun gemeinsam mit der bundeseigenen Autobahngesellschaft nächsten Schritte eingeleitet werden. So soll ein bundesweites Kataster erstellt werden.