Exklusiv: Wirecard-Geheimbericht: Rechnungshof sieht Gesamtversagen von Regierung und Aufsicht
Laut Bundesrechnungshof haben so gut wie alle öffentlichen Institutionen in diesem Fall versagt.
Foto: dpaBerlin. Die größte Aufregung im Wirecard-Skandal schien abgeebbt. Der Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags biegt auf die Zielgerade ein, die bekanntesten Zeugen – Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Olaf Scholz – sind vernommen und die Spitzen der Finanzaufsicht längst geschasst.
Doch nun sorgt ein geheimes Gutachten des Bundesrechnungshofs an den Bundestag für neue Unruhe. Die Rechnungsprüfer analysieren darin auf 52 Seiten in ihrer kompromisslosen Art die Fehler im Wirecard-Skandal.
Das Fazit der Gutachter kommt einer Art Bankrotterklärung für die Behörden gleich - insbesondere für die Bundesregierung und die ihr unterstellten Finanzaufsicht Bafin.
Keiner hat die Brisanz erkannt
„Keiner der Akteure – Bundesfinanzministerium, Bundesjustizministerium, Deutsche Bundesbank, Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung DPR – hat die Brisanz des Falles Wirecard frühzeitig erkannt und seine Handlungsoptionen ausgeschöpft, um die Aufklärung mit Nachdruck voranzutreiben und Fehlverhalten zu unterbinden“, heißt es in dem Bericht.
Wirecard hatte im Juni 2020 infolge eines Bilanzskandals Insolvenz angemeldet. Der Dax-Konzern hatte in seiner Bilanz Milliarden aufgeführt, die gar nicht existierten.