Felix Banaszak: Dieser Grüne soll verhindern, dass die Partei auseinanderdriftet
Wiesbaden. Felix Banaszak ist keiner, dem die Worte fehlen. Eigentlich. Im Bundestag und bei Wahlkämpfen ist er bekannt für seine spontan anmutenden, kampfeslustigen Reden. Einen Sprechzettel braucht er nie. Aber als Banaszak am Samstag am Rednerpult vor den 800 Delegierten beim Bundesparteitag der Grünen in Wiesbaden steht, kommt erst einmal nichts. Dann ein tiefer Atemzug. „Herzlich willkommen in einer neuen Zeit“, beginnt Banaszak.
Der Rest ist typisch Banaszak. Die Grünen seien so viele wie noch nie, sagt er mit Blick auf die Neueintritte seit dem Ampel-Aus. „Und wir sind sowas von am Start.“ Dann spricht er über das Verlieren, aber auch, dass noch mehr zu gewinnen sei.
Ein paar kurze Sätze zu Armut, Migration, Investitionen. Dann wieder über Rio Reiser. „Wir haben nichts zu verlieren, außer unserer Angst“, zitiert er seinen Lieblingsmusiker. Tief in die Inhalte geht er wie üblich nicht, Banaszak kommt über die Emotion. Das gelingt ihm auch vor den Delegierten, die ihn schon vor dem Ende seiner Rede mit stehenden Ovationen begleiten.
Positive Emotionen in der Partei auslösen, das wird Banaszaks Hauptaufgabe bei den Grünen sein. Beim Parteitag in Wiesbaden ist ihm das offensichtlich mehr als gelungen. 93 Prozent der Delegierten wählten ihn zum Co-Vorsitzenden – ein selten hohes Ergebnis bei Grünen-Personalien. „Damit habe ich jetzt nicht gerechnet“, erklärte Banaszak nach seiner Wahl.
Banaszak kommt die besondere Rolle zu, die Partei zusammenzuhalten und Habeck die Freiräume für seinen Wahlkampf zu schaffen, die er einfordert.