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G36-NachfolgerNeues Sturmgewehr der Bundeswehr wird noch teurer

Die Bundeswehr will 120.000 neue Sturmgewehre anschaffen. Der Nachfolger des umstrittenen G36 wird deutlich teurer als bisher bekannt.Lars-Marten Nagel 01.02.2018 - 18:19 Uhr Artikel anhören

Die Anschaffung der Nachfolgewaffe des umstrittenen G36 dürfte mindestens 375 Millionen Euro kosten.

Foto: dpa

Berlin. Die Einführung des neuen Sturmgewehrs für die Bundeswehr wird teurer als bislang bekannt. Nach Informationen des Handelsblatts soll die Anschaffung der Nachfolgewaffe des umstrittenen G36 mindestens 375 Millionen Euro kosten. Bislang war nur von 250 Millionen Euro die Rede. Für diesen Preis hatte das zuständige Beschaffungsamt (BAAINBw) in Koblenz im vergangenen Jahr den Kauf von 120.000 Sturmgewehren ausgeschrieben. Die Waffen sollen ab 2020 an die Bundeswehr ausgeliefert werden.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte das Beschaffungsamt jedoch eine zweite Ausschreibung. Darin bestellt die Behörde Zielvorrichtungen für die Sturmgewehre. Der Auftrag über „Hauptkampfvisiere“ und „Reflexvisiere“ ist mit 125 Millionen Euro taxiert. Die Zielvorrichtungen sollen wartungsfrei und allwetterfähig sein sowie eine Lebensdauer von 15.000 Schuss haben. Das Kampfvisier soll die vierfache Vergrößerung ermöglichen und Schutz vor Laserstrahlung bieten.

Bewerber sollen zunächst sieben Muster für Vergleichstests liefern. Im Fall des Vertragsabschlusses müssten auch Reinigungssets („Pinsel und Tuch“) und Bedienungsanleitungen mitgeliefert werden. „Visiere und Optiken werden immer leistungsfähiger, es sind kleine Hightech-Komponenten, deshalb erhöht sich ihr Anteil am Preis der Gesamtbeschaffung von Sturmgewehren“, sagte Otfried Nassauer vom sicherheitspolitischen Thinktank BITS in Berlin.

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Zu den Waffen

Nassauer vermutet, dass der Beschaffungspreis noch weiter steigen könne. „Bislang reden wir nur von Preisen, die das Verteidigungsministerium aufruft. Es gilt aber abzuwarten, was die Industrie fordert und bei den Verhandlungen herauskommt.“

Die Vergabe des Auftrags ist nicht entschieden. Im Rennen sind Heckler & Koch aus Oberndorf sowie die österreichische Firma Steyr Mannlicher in Kooperation mit Rheinmetall. Mit Sig Sauer hatte sich im November ein dritter Bewerber um die prestigeträchtige Ordonanzwaffe unter lautem Protest aus dem Verfahren zurückgezogen. Sig Sauer warf dem Verteidigungsministerium vor, Anbieter mit US-Waffenkomponenten zu diskriminieren und durch den Zuschnitt der technischen Anforderungen Hecker & Koch zu favorisieren. Das Ministerium hat die Vorwürfe nicht kommentiert.

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