Grüne: Erste schwarze Ministerin in Ostdeutschland: „Schon als Kind haben sich alle umgedreht, wenn ich in den Raum kam“
Am Mittwochmorgen wurde Denstädt zur neuen Justiz-, Migrations- und Verbraucherschutzministerin von Thüringen.
Foto: dpaBerlin. Das Gefühl, die Erste und meistens auch die Einzige zu sein, kennt Doreen Denstädt gut. Privileg und Bürde zugleich. „Schon als Kind haben sich alle umgedreht, wenn ich in den Raum kam.“
In ihrer Zeit als einzige schwarze Polizistin in Thüringen sei sie häufig von Kindern mit Migrationsgeschichte angesprochen worden, erzählt die Polizeihauptkommissarin. Meistens seien es Mädchen gewesen, die sich plötzlich repräsentiert fühlten. Doch dieses Mal sei die Resonanz überwältigend: „Es haben sich unfassbar viele Menschen gemeldet, die stolz auf mich sind und auch Hoffnungen mit mir verbinden“, sagt Denstädt.
Am Mittwochmorgen wurde Denstädt zur neuen Justiz-, Migrations- und Verbraucherschutzministerin von Thüringen. Die 45-Jährige ist damit die erste und einzige schwarze Landesministerin in Ostdeutschland.
Ausgerechnet in Thüringen, wo die AfD vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextrem eingestuft wird und eineinhalb Jahre vor der Landtagswahl mit 30 Prozent in Umfragen klar vorne liegt. „Wenn man in Thüringen das Grundgesetz gut findet, gilt man mitunter schon als links“, sagt Denstädt.