Haushalt: Warum Lindner immer mehr für die Bundesschulden zahlen muss
Finanzminister Christian Lindner (FDP) muss deutlich mehr Geld für Zinsen aufbringen als seine Vorgänger.
Foto: ReutersBerlin. Der Anstieg der Zinsausgaben erinnert Christian Lindner (FDP) an eine Steilwand. Mittlerweile sei man „auf dem Hochplateau angekommen“, sagte der Finanzminister kürzlich zum Beginn der Haushaltsberatungen im Bundestag. „Hier ist die Luft merklich dünner geworden.“
Für das nächste Jahr rechnet Lindner mit rund 37 Milliarden Euro Zinsausgaben für die Schulden des Bundes – eine Verzehnfachung gegenüber 2021. Vor zwei Jahren betrugen die Aufwendungen für die Bundesschuld nur rund vier Milliarden Euro.
Der rasante Anstieg hat viele überrascht. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat in einer Analyse die Gründe näher untersucht und kommt zu dem Ergebnis: Der Bund hat das Problem durch sein Schuldenmanagement vergrößert.
Für die Untersuchung haben die Ökonomen die sogenannte Zins-Steuer-Quote herangezogen. Sie gibt an, welchen Anteil der Steuereinnahmen der Staat für Zinsausgaben aufwenden muss. Dadurch wird deutlich, wie sehr die Zinskosten den Spielraum im Haushalt schmälern: je höher die Zins-Steuer-Quote, desto weniger stehen die Einnahmen für andere Dinge zur Verfügung.