Industriestandards: EU stoppt Einfluss chinesischer Unternehmen auf europäische Normen
Chinesische Unternehmen engagieren sich immer stärker in Normungsprozessen und werden dabei vom Staat unterstützt.
Foto: ReutersBrüssel. Die EU wehrt sich gegen den wachsenden Einfluss Chinas auf Industriestandards. Bei Normen, die europaweit für verbindlich erklärt werden, sollen nicht-europäische Unternehmen künftig einen viel geringeren Einfluss haben, als es bislang der Fall war. Dies geht aus der neuen Normungsstrategie der Europäischen Kommission hervor.
„Einige Prozesse zu europäischen Normen wurden von großen außereuropäischen Konzernen unterwandert“, sagte EU-Kommissar Thierry Breton dem Handelsblatt. „Heute bringen wir den europäischen Mittelstand, die Zivilgesellschaft und das europäische öffentliche Interesse wieder zurück auf den Fahrersitz.“
Normungen sind ein wenig beachtetes Feld im Kampf um die Vorherrschaft auf den globalen Märkten. Aber gerade für die deutsche Wirtschaft ist das Thema entscheidend. Wenn europäische Vorgaben weltweit anerkannt werden, macht das den Export leicht. Wenn sich hiesige Unternehmen an chinesische Normen anpassen müssen, führt das zu hohen Entwicklungskosten und weniger Aufträgen.
China will führend in der Normung werden und damit seinen Einfluss auf die Weltwirtschaft ausweiten. Zuletzt engagierten sich chinesische Unternehmen wie Huawei immer stärker in Normungsprozessen innerhalb Europas und werden dabei vom Staat unterstützt. Außerdem verbreitet Peking durch seine Seidenstraßeninitiative eigene Normen in der ganzen Welt, was den Marktzugang für europäische Unternehmen erschwert.