Inflation und Immobilienkredite: Wie hoch ist Risiko, die eigene Immobilie zu verlieren?
Der Traum vom eigenen Heim ist ungebrochen.
Foto: dpaBerlin. Die wirtschaftlichen Folgen der Energiekrise setzen Verbraucherinnen und Verbraucher unter finanziellen Druck. Die historisch hohe Inflationsrate belastet die Haushaltsbudgets der Menschen. Viele können kein Geld mehr zurücklegen. Andere können womöglich ihre Immobilienkredite nicht mehr bedienen.
Im schlimmsten Fall ist der Traum vom Eigenheim ausgeträumt, wenn die Immobilie versteigert werden muss. Für den Geschäftsführer des Bremer Landesverbands von Haus und Grund, Ingmar Vergau, deutet sich schon eine Trendwende an. „Lange Zeit hat man gedacht, man zahlt lieber einen Kredit ab, anstatt hohe Mietkosten zu haben“, sagte Vergau dem „Weser Kurier“. „Diese Rechnung geht aber nicht mehr auf, wenn Nebenkosten genauso hoch oder höher als Miete oder Abschlag ausfallen. Das wird für einige ein riesiges Problem werden.“
Immobilie wegen Inflation verlieren: Ist das Eigenheim in Gefahr?
Doch wie groß ist das Risiko für Immobilienbesitzer wirklich, die eigene Immobilie zu verlieren oder gar in die Privatinsolvenz zu rutschen? Experten schätzen die Situation unterschiedlich ein – ein Überblick.
Verbraucherschützer und Insolvenzexperten warnen angesichts sprunghaft gestiegener Energiepreise vor Risiken bei der Immobilienfinanzierung. Der Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch, sagte dem Handelsblatt: „Sicher ist, dass langfristige finanzielle Verpflichtungen, wie zum Beispiel Immobilienkredite mit 15-jähriger Laufzeit in Kombination mit den sich überlagernden Krisen zu einem Schuldentreiber werden können.“ Insbesondere Menschen in der Alterskohorte der 30- bis 40-Jährigen gingen diese langfristigen Verpflichtungen ein.