Insolvenzen: Droht eine Insolvenzwelle? Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten
Der Hamburger Schuh-Filialist ist nach der Corona-Krise in die Insolvenz gerutscht.
Foto: dpaBerlin. Die Alarmsignale sind nicht mehr zu übersehen. Kürzlich hatten der Toilettenpapierhersteller Hakle, der Schuhhändler Görtz und der fränkische Autozulieferer Dr. Schneider Insolvenz angemeldet. Der Insolvenzexperte Lucas Flöther sagte, immer mehr angeschlagene Firmen suchten derzeit bei Sanierungsexperten Hilfe.
Wie angespannt die Lage ist, zeigen auch Prognosen von Ökonomen. Demnach könnte Deutschland in eine Rezession rutschen. Der Vizepräsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Stefan Kooths, erklärte, vor allem energieintensive Produktionen und konsumnahe Wirtschaftsbereiche würden nun mit Wucht getroffen.
Vor diesem Hintergrund wächst die Sorge, dass viele Unternehmen dem Kostendruck durch die Energiekrise nicht standhalten können. Droht deshalb eine Insolvenzwelle? Oder können Unternehmen trotz der Belastungen ihr Überleben sichern? Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten.
Wie schätzt die Wirtschaft die aktuelle Lage ein?
Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) sieht eine Insolvenzwelle unter kleinen und mittleren Unternehmen als ein „Szenario, mit dem wir mittlerweile rechnen müssen“. „Viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand und wissen schon jetzt nicht mehr, wie sie die höheren Kosten bewältigen sollen“, sagte der Bundesgeschäftsführer des Verbands, Markus Jerger, dem Handelsblatt.