Interview: Kommissionschefin Veronika Grimm über Mängel bei der Gaspreisbremse
„Der Wunsch der Bundesregierung war, einen Vorschlag für eine enorm schnelle, unbürokratische, aber gleichzeitig zielgenaue Gaspreisbremse zu bekommen, die das Gassparen nicht konterkariert. Es war von vornherein klar, dass das nicht geht und wir priorisieren müssen.“
Foto: imago images/Jürgen HeinrichBerlin. Seit eineinhalb Tagen ist Veronika Grimm auf den Beinen, als sie in einem Büro im Berliner Regierungsviertel sitzt. Bis 6.30 Uhr Montagfrüh hatte die Expertenkommission „Gas und Wärme“ getagt. Danach ging es ins Kanzleramt und anschließend zur Vorstellung des wohl wichtigsten deutschen Kriseninstruments, der Gaspreisbremse.
Der Plan: Die Verbraucherinnen und Verbraucher sollen von den hohen Gaspreisen entlastet werden. Die Staatshilfe soll so hoch ausfallen, als würde die Kilowattstunde Gas nur noch 12 Cent kosten. Für 80 Prozent des Verbrauchs soll es diese Unterstützung geben. Weil sich der Start voraussichtlich bis März 2023 hinziehen wird, soll der Bund schon überbrücken, indem er die Gas-Abschlagszahlungen im Dezember übernimmt.
Eigentlich dürfte Grimm keine Interviews geben: Für die „Wirtschaftsweisen“, deren Mitglied sie ist, hat vor einigen Tagen die Schweigeperiode vor Veröffentlichung ihres Jahresgutachtens begonnen. Doch für das Handelsblatt darf sie eine Ausnahme machen.
Lesen Sie hier das vollständige Interview mit Veronika Grimm zur Gaspreisbremse:
Frau Grimm, rekordverdächtige 16 Tage hat es von der ersten Sitzung der Gaskommission bis zur Abgabe ihres Berichts gedauert. Ist es so schnell überhaupt möglich, sinnvolle Vorschläge zu Papier zu bringen?
Es war ohne Zweifel die schnellste Erarbeitung eines solchen Berichts, die ich je erlebt habe. Ich finde aber, dass es unter den schwierigen Vorgaben der Bundesregierung gelungen ist, sinnvolle Vorschläge zu unterbreiten.