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Konjunktur Keine schnelle Rückkehr zu alten Produktionsniveaus: Wirtschaft fürchtet Corona-Folgen bis Ende 2021

Der Bundeswirtschaftsminister plant einen Aufschwung der Wirtschaft schon für die zweite Jahreshälfte 2020. Die Wirtschaft selbst ist skeptisch.
07.05.2020 - 16:10 Uhr Kommentieren
In einer IW-Umfrage erwarten 60 Prozent der befragten deutschen Firmen, dass die starken Corona-Auswirkungen auch über das gesamte Jahr 2021 anhalten. Quelle: dpa
Produktion in der Textilindustrie

In einer IW-Umfrage erwarten 60 Prozent der befragten deutschen Firmen, dass die starken Corona-Auswirkungen auch über das gesamte Jahr 2021 anhalten.

(Foto: dpa)

Berlin. Peter Altmaier (CDU) ist ein sonniges Gemüt. Selbst in der Stunde des tiefsten Wirtschaftseinbruch der deutschen Nachkriegsgeschichte zeigte sich der Bundeswirtschaftsminister halbwegs optimistisch.

Der Tiefpunkt der Corona-Rezession liege bereits hinter uns, sagte Altmaier jüngst bei der Vorstellung der neuen Wachstumsprognose. Im Mai könnte eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau einsetzen und in der zweiten Jahreshälfte kann der Aufschwung kommen.

Die Wirtschaft selbst allerdings ist weit weniger optimistisch. Ihre Erwartungen sind mittelfristig sogar fast genauso schlecht wie kurzfristig. Das zeigt Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter deutschen Unternehmen, die dem Handelsblatt vorliegt.

Demnach rechnen rund 60 Prozent der befragten Firmen damit, dass die starken Corona-Auswirkungen auch über das gesamte Jahr 2021 anhalten. „Eine schnelle Rückkehr zu alten Produktionsniveaus ist derzeit nicht zu erwarten“, heißt es in der Analyse der IW-Forscher Hubertus Bardt und Michael Grömling.

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    Rund ein Viertel der Unternehmen gibt an, aktuell stark von gestörten ausländische Lieferketten betroffen zu sein, weitere 45 Prozent sind das zumindest in Teilen. Und die Unternehmen erwarten nicht, dass sich daran bis Ende 2021 etwas ändert.

    41 Prozent der Unternehmen erwarten zudem auch für 2021 eine stark sinkende inländische Nachfrage – auch das ist nur leicht optimistischer als die Prognose für diesen Sommer, als es 47 Prozent waren.

    IW-Forscher fordern sichtbaren Ausstieg

    Die Erfahrungen aus der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 könnten nicht nur in der Tiefe des Einbruchs, sondern auch in der Länge der Rückkehr eine Orientierung bieten, schreiben die Forscher.

    Nachdem die Krise im Oktober 2008 ausbrach, knickte die deutsche Wirtschaft 2009 ein und wuchs erst 2010 wieder kräftig. „Und selbst dieses mittelfristige Aufschwungszenario ist nicht selbstverständlich zu erreichen“, heißt es in der Analyse.

    Die IW-Forscher fordern angesichts der pessimistischen Stimmung unter den Unternehmen „ein sichtbares und nachvollziehbares Szenario eines Ausstiegs“ aus dem Lockdown zu bieten. „Ein längeres Verharren im ökonomischen Stillstand hätte sich selbst verstärkende Abwärtseffekte zur Folge, deren negative Auswirkungen nicht absehbar wären.“

    Mehr: EU-Prognose – Auf den Einbruch folgt der schnelle Aufschwung.

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