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Kontaktbeschränkung Drosten plädiert wegen steigender Inzidenz für weniger Treffen

Angesichts der „erschreckend hohen Inzidenz“ appelliert der Virologe an die Eigenverantwortung der Bürger. Jeder solle prüfen, ob sich Kontakte für ein paar Wochen einschränken ließen.
12.11.2021 - 14:19 Uhr Kommentieren
Der Virologe hält Kontaktbeschränkungen für nötig. Quelle: dpa
Christian Drosten

Der Virologe hält Kontaktbeschränkungen für nötig.

(Foto: dpa)

Berlin Ohne eine Einschränkung von Kontakten werde es nach Ansicht von Christian Drosten nicht gelingen, die Infektionswelle zu stoppen. „Um die wirklich erschreckend hohe Inzidenz zu drücken, sind aus wissenschaftlicher Sicht Kontaktbeschränkungen dringend erforderlich“, sagt der Leiter der Virologie an der Berliner Charité dem „Spiegel“. Er setzt dabei auch auf Eigenverantwortung, jeder solle überprüfen, ob man die eigenen Kontakte nicht wieder für ein paar Wochen bewusst einschränken könne. „Das eigenverantwortliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger hat uns schon in den vorherigen Wellen aus der Patsche geholfen. Ich hoffe, dass das wieder gelingt.“

Zudem müssten die Impflücken dringend geschlossen und der Immunschutz durch Auffrischungsimpfungen erneuert werden, empfahl Drosten weiter. Er verwies auf Länder mit höherer Impfquote, in denen die Bürger die Pandemie im Frühjahr wohl endgültig hinter sich lassen könnten. In Deutschland sei das Ende der Pandemie aufgrund der Impflücke und der schleppenden Booster-Kampagne „meilenweit“ entfernt.

Bereits in seinem Podcast am vergangenen Dienstag hatte Drosten gesagt, er erwarte einen sehr anstrengenden Winter „mit neuen, sagen wir ruhig: Shutdown-Maßnahmen“. 3G oder selbst 2G reichten vermutlich nicht aus, um angesichts der Delta-Variante die Zahl der Infektionen genug zu senken. Er schränkte allerdings auch ein, dass es juristisch schwer sein könnte, breite allgemeine Kontaktmaßnahmen durchzusetzen.

Sollte es beim Impfen keinen Fortschritt geben, müsse sich Deutschland auf mindestens Hunderttausend weitere Corona-Tote vorbereiten, „bevor sich das Fahrwasser beruhigt“, sagte Drosten damals. Das sei eine konservative Schätzung. Drosten leitet die Zahl durch vergleichende Überlegungen mit Großbritannien her.

Mehr: Astra-Zeneca will mit Corona-Impfstoff künftig doch Gewinne machen.

  • dpa
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