Landtagswahlen: Wie sich eine ostdeutsche Unternehmerin für eine Welt ohne Nazis einsetzt
Gera. Manchmal ist es schon eine Leistung, etwas nicht zu tun. Einmal besuchte Katrin Höfer mit ihrem Mann das Maibaumsetzen in einem Vorort von Gera in Thüringen. Stephan Brandner auch. Der AfD-Politiker sitzt im Bundestag und im Stadtrat und wird bei Wikipedia als „rechtsextrem“ geführt. „Gefühlt das ganze Dorf hat ihm die Hand geschüttelt und Fotos mit ihm gemacht“, sagt Höfer. Ihr Mann und sie blieben sitzen. Sie habe die Leute gefragt: Ihr wollt mir doch nicht sagen, dass ihr Brandner wählt. Doch, das täten sie.
Katrin Höfer ist keine Aktivistin. Sie geht nicht gegen Nazis auf die Straße. Sie äußert sich auch in sozialen Netzwerken selten politisch. Sie ist keine öffentliche Person, auch wenn die 56-Jährige mit ihren rot gefärbten Haaren auffällt.
Aber sie ist eine Unternehmerin aus Thüringen, die mit Sorge betrachtet, wie viele Menschen in ihrem Bundesland rechts wählen. „Ich habe andere Werte. Mir ist es wichtig, jeden Menschen so zu nehmen, wie er ist.“ Als die AfD bei den EU-Wahlen in allen ostdeutschen Bundesländern außer Berlin vorn landete, habe sie es nicht glauben können.