Markus Brunnermeier: „Es müsste ein Transformations-Sondervermögen ins Grundgesetz“
Berlin. Markus Brunnermeier hat Deutschland vor vielen Jahren verlassen, inzwischen forscht er an der US-Eliteuniversität Princeton. Mit seiner Heimat ist der derzeit vielleicht forschungsstärkste deutsche Wirtschaftswissenschaftler aber immer noch eng verbunden – auch in wirtschaftspolitischen Fragen.
Um die aktuelle Haushaltskrise zu lösen, die das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ausgelöst hat, schlägt Brunnermeier neue Wege vor: Er will die klimafreundliche Transformation der Wirtschaft aus einem Sondervermögen bezahlen. Und um es juristisch abzusichern, will er dieses im Grundgesetz verankern.
Gleichzeitig sieht der gebürtige Landshuter Einsparpotenzial in vielen industriepolitischen Programmen. Brunnermeier warnt davor, dass Deutschland seine Staatsschulden ausweitet: „Deutschland ist der sichere Hafen und sollte es auch bleiben.“
Die Einnahmen will er durch eine Maßnahme erhöhen, die in der Autofahrer-Republik für große Diskussionen sorgen dürfte: „Wenn der Benzinpreis am Markt fällt, wird er an der Tankstelle nicht gesenkt, sondern für die Verbraucher auf dem vorigen Niveau eingefroren.“
Zudem warnt der Ökonom vor dem Hype um Künstliche Intelligenz (KI). Brunnermeier fürchtet, dass gleichzeitig zu wenig an Verschlüsselungstechnologien gearbeitet wird: „Es könnte sein, dass die Produktivitätsgewinne durch KI durch den Vertrauensverlust aufgefressen werden.“