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Neue Corona-Variante aus FrankreichDas ist über die neue Corona-Mutation bekannt

In Frankreich ist eine neue Corona-Variante aufgetaucht, die zu einer bereits bekannten Varianten-Familie gehört. Was wir wissen. 05.01.2022 - 15:00 Uhr Quelle: dpaArtikel anhören

Die neue Variante scheint sich nicht sehr schnell auszubreiten.

Foto: imago images/aal.photo

Düsseldorf. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden meldete die nationale Gesundheitsbehörde in Frankreich mehr als 271.000 neue Corona-Infektionen. Das ist ein landesweiter Höchstwert seit Ausbruch der Pandemie. Dabei hat sich nach Regierungsangaben Omikron zur vorherrschenden Virusvariante entwickelt.

Angesichts der raschen Ausbreitung der hochansteckenden Mutation plant das französische Parlament derweil weitere Einschränkungen für Ungeimpfte. Künftig soll ihnen der Zugang zu Restaurants oder zum Fernverkehr komplett verwehrt bleiben.

Verschärft wird die Diskussion um strengere Maßnahmen auch durch die Entdeckung einer neuen Corona-Variante im Land, die den Namen B.1.640.2 trägt. Was wir darüber wissen.

Wo und wann wurde die neue Corona-Variante nachgewiesen?

Einer Vorabpublikation vom 29. Dezember 2021 zufolge hatten französische Forscher vom Institut IHU Méditerranée Infection die neue Corona-Variante B.1.640.2 bei insgesamt zwölf Patienten in Südfrankreich nachweisen können. Bei dem ersten diagnostizierten Fall handelte es sich um einen geimpften Erwachsenen, der Mitte November positiv getestet wurde.

Drei Tage zuvor sei er von einer Reise nach Kamerun zurückgekehrt. Daher steht das zentralafrikanische Land im Zusammenhang mit einem potenziellen Ursprung der neuen Corona-Variante. Die Studie wurde bislang nicht von Fachleuten begutachtet.

Welche Veränderungen weist die neue Corona-Variante auf?

Laut den Daten der französischen Forschergruppe besitzt B.1.640.2 einige Mutationen im sogenannten Spike-Protein, ähnlich wie die Omikron-Variante. Erstere soll allerdings neun Mutationen mehr als die Omikron-Variante aufweisen, insgesamt 46. Das ergab die Analyse des Genotyp-Musters.

Darunter befinden sich der Studie zufolge auch die Mutation N501Y und E484K, die bereits mitunter bei der Omikron-Variante identifiziert wurden. Mutationen am Spike-Protein können zu einer schnelleren Ausbreitung des Virus führen. Zudem ist es möglich, dass Impfstoffe ihre Wirkung verlieren.

Wie besorgniserregend ist die neue Corona-Variante aus Frankreich?

Bislang vermuten Experten, dass es sich bei der Variante B.1.640.2 um eine von vielen handelt, die nicht zwangsläufig besorgniserregend sind. So erklärte Richard Neher, Experte für Virusvarianten an der Uni Basel, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa: „Wir sollten diese wie auch andere Varianten beobachten, aber es besteht kein Grund, speziell über diese Variante besorgt zu sein."

Der US-Epidemiologe Eric Feigl-Ding schrieb auf Twitter: „Ich mache mir wegen B.1.640.2 noch keine großen Sorgen. Ich bezweifle, dass sie sich gegen Omikron oder Delta durchsetzt.“ Da es nach wie vor nur zwölf bekannte Fälle aus Südfrankreich gibt, deuten die Daten bislang nicht auf eine starke Ausbreitung der Mutation hin. 

B.1.640.2 gehört zu einer Varianten-Gruppe (B.1.640), die seit November 2021 unter Beobachtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht. Die WHO unterscheidet bei potenziell gefährlichen Corona-Varianten die folgenden drei Kategorien in abnehmender Relevanz: besorgniserregende Varianten, Varianten von Interesse und Varianten unter Beobachtung. B.1.640 zählt zur letzten Kategorie. 


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Insgesamt 17 Varianten, die die WHO seit Beginn der Pandemie beobachtet hat, haben sich als kurzlebig oder wenig bedrohlich erwiesen und stehen nicht mehr unter besonderer Beobachtung. Ob und inwiefern sich die neue Corona-Variante flächendeckend ausbreitet, ist zum jetzigen Zeitpunkt also völlig unklar.

Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte gegenüber „merkur.de“, man wisse noch zu wenig über die neue Corona-Variante, um Verwertbares vermelden zu können. Er befinde sich jedoch bereits im Austausch mit Spezialisten. 

nb
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