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Öl- und GasheizungenHabecks Verbot lässt Energie-Beratungen nach oben schnellen

Die Gesetzespläne zum Heizungsaustausch sorgen für Verwirrung – Bürger suchen in großer Zahl die Energie-Beratungen der Verbraucherzentralen auf. In der politischen Debatte sind die Fronten weiterhin verhärtet.Dietmar Neuerer 23.03.2023 - 13:00 Uhr Artikel anhören

Wegen des drohenden Einbauverbots ab nächstem Jahr gibt es einen Run auf Gas- und Ölheizungen.

Foto: dpa

Berlin. Die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), den Einbau von Öl- und Gasheizungen ab 2024 zu untersagen, sorgen offenbar für große Verunsicherung in der Bevölkerung. Die Chefin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Ramona Pop, sagte dem Handelsblatt: „Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sind besorgt.“ Das zeigten auch aktuelle Anfragen bei den Energieberatungen der Verbraucherzentralen.

In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres verzeichneten die Verbrauchzentralen bundesweit einen deutlichen Anstieg bei den Beratungen. Insgesamt registrierte der VZBV seit Jahresbeginn 41.530 Beratungen. Das entspricht einem Anstieg um 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (31.372 Beratungen).

Hauptthemen der Gespräche mit Experten seien erneuerbare Energien und Heiztechnik, gefolgt von baulichem Wärmeschutz und Förderprogrammen, teilte der Verband dem Handelsblatt mit.

Damit setzt sich der Aufwärtstrend bei den Energieberatungen fort. Im vergangenen Jahr holten sich bundesweit 280.000 Bürger den Rat von Verbraucherschützern. Das entspricht einem Anstieg um 57 Prozent im Vergleich zu 2021 (178.000 Beratungen).

Das Vorhaben des Bundeswirtschaftsministeriums sieht vor, dass ab dem kommenden Jahr neue Heizungen mindestens zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Ein entsprechender Gesetzentwurf ist in der Regierung aber umstritten. Bisher ist geplant, dass das Kabinett am 29. März zustimmt.

Verbot von Öl- und Gasheizungen: FDP wirft Habeck unhaltbare Versprechungen vor

Die Fronten sind jedoch weiter verhärtet. Habeck hatte Haushalten mit unteren und mittleren Einkommen versprochen, dass für sie der Umstieg auf eine Wärmepumpe ab 2024 nicht teurer werde als eine neue Gasheizung. Dies wolle er mit Bundeszuschüssen finanzieren.

Die FDP warf dem Vizekanzler daraufhin vor, unhaltbare Versprechungen zu machen. „Den Preis von Wärmepumpen auf das Niveau von Gasheizungen zu drücken, halte ich auch nicht für machbar“, sagte Fraktionschef Christian Dürr der „Bild“-Zeitung. Eine herkömmliche Heizung koste etwa 7000 Euro, eine Wärmepumpe könne schnell bei 20.000 Euro liegen. Dazu kämen Kosten für Umbaumaßnahmen. „Mir fehlt die Fantasie, wie das finanziert werden soll.“

Verbraucherschützerin Pop hält es zwar für grundsätzlich richtig, die Abhängigkeit von fossilen Energien „deutlich und schnell“ zu reduzieren. „Vor allem für Wärmepumpen sind die Investitionskosten derzeit allerdings enorm hoch“, sagte die VZBV-Chefin.

Deshalb müssten Haushalte mit geringem, aber auch mit mittlerem Einkommen beim Heizungstausch „ausreichend“ unterstützt werden, mahnte sie. Pop verlangte, den Austausch von Gasetagenheizungen in Mehrfamilienhäusern gegen eine zentrale Wärmepumpe finanziell zu kompensieren, insbesondere wenn die Gasheizungen noch relativ neu seien.

Energieexperten wie die Wirtschaftsweise Veronika Grimm fürchten indes eine Gegenreaktion der Verbraucher auf die Habeck-Pläne zulasten des Klimaschutzes. „Das kann ein entscheidender Baustein für das Scheitern von Klimaschutz werden“, sagte Grimm dem Handelsblatt. Unzählige Haushalte würden jetzt schnell noch eine Gasheizung einbauen, und der Plan würde Fachkräfte zur Unzeit binden.

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Kritisch sieht die Ökonomin auch Habecks Pläne für eine finanzielle Abfederung des Heizungstauschs, wodurch ein „bürokratisches Monster“ geschaffen würde, weil „lauter Ausnahmeregelungen“ beachtet werden müssten.

Erstpublikation: 23.03.2023, 04:00 Uhr.

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