Pilotpojekt: Viertagewoche-Bilanz fällt positiv aus – Zweifel bleiben
Berlin. Auf die Frage, warum sein Unternehmen die Arbeitszeit reduziert hat, gibt Thomas Jaeger eine einfache Antwort. „Weil wir uns mit der Viertagewoche als attraktiver Arbeitgeber präsentieren wollen“, sagt der Geschäftsführer der Orthopädietechnikfirma W. Jaeger aus dem rheinland-pfälzischen Lahnstein. Außerdem gehe es darum, die Belastung ihrer rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu reduzieren, ergänzt die kaufmännische Betriebsleiterin Tanja Kaiser.
Also hat der Betrieb an dem sechsmonatigen Pilotprojekt zur Viertagewoche teilgenommen, das von der Berliner Unternehmensberatung Intraprenör und der Organisation „4 Day Week Global“ organisiert wurde.
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Die Münsteraner Ökonomen Julia Backmann und Felix Hoch haben das Projekt, an dem sich 45 Betriebe und Organisationen aus verschiedenen Branchen beteiligten, wissenschaftlich begleitet und jetzt ihren Abschlussbericht präsentiert.
„Die Viertagewoche führte zu einer signifikant positiven Veränderung der Lebenszufriedenheit, die sich hauptsächlich durch die zusätzliche Freizeit ergab“, sagt Backmann. Und Selbstauskünfte der teilnehmenden Geschäftsführungen und Beschäftigten deuteten darauf hin, dass sich trotz der kürzeren Arbeitszeit die Produktivität erhöht hat.