Rohstoffe: Abbau von Lithium startet in Deutschland
Berlin. Das australische Unternehmen Vulcan Energy plant, mit dem Abbau von Lithium im Oberrheingraben in Deutschland zu beginnen. Eine entsprechende Finanzierungsvereinbarung für das Projekt mit einem Volumen von 2,2 Milliarden Euro sei finalisiert worden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.
Der Rohstofffonds der Bundesregierung investiert bis zu 150 Millionen Euro in die Umsetzung. Es ist das erste Projekt, an dem sich der neue Fonds beteiligt. Auch die Exportkreditagentur der australischen Regierung ist mit 120 Millionen Euro beteiligt.
„Rohstoffpolitik ist heute eine Frage der nationalen Resilienz“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) dem Handelsblatt. „Wer industrielle Stärke sichern will, braucht verlässliche, diversifizierte und nachhaltige Rohstoffquellen.“ Reiche zufolge brauche es dazu neben internationalen Partnerschaften auch die heimische Förderung.
Im Rahmen des Projekts wird Lithiumhydroxidmonohydrat (LHM) aus geothermischer Sole hergestellt und werden gleichzeitig Wärme und Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, teilte das Ministerium mit. In der ersten Projektphase plant Vulcan, eine Extraktionsanlage im südpfälzischen Gebiet und eine Verarbeitungsanlage im Industriepark in Frankfurt-Höchst zu errichten. Die Bauarbeiten laufen bereits. Das Unternehmen will mit der kommerziellen Produktion zweieinhalb Jahre nach dem Beginn der Arbeiten starten, also 2028.