Steuererhöhungen: Kalte Progression belastet Steuerzahler mit mehr als 41 Milliarden Euro
Der Bundesfinanzminister will die kalte Progression ausgleichen.
Foto: dpaBerlin. Die Bürger leiden unter der hohen Inflation, und das gleich doppelt. Nicht nur Gas, Lebensmittel oder Tanken wird teurer, die Bürger müssen wegen der hohen Preisteuerung zunächst auch noch höhere Steuern zahlen.
Wie sehr inflationsgetriebene Steuererhöhungen die 35,5 Millionen Steuerpflichtigen derzeit belasten, geht aus einem neuen Steuerbericht der Bundesregierung hervor. Demnach werden die Steuerzahler durch die sogenannte kalte Progression in diesem und im nächsten Jahr mit insgesamt 41,4 Milliarden Euro belastet.
Die kalte Progression ist eine Art schleichende Steuererhöhung: Wenn das Gehalt weniger stark steigt als die Inflation, muss man weiterhin hohe Steuern zahlen, kann sich aber weniger leisten. Besonders in Zeiten hoher Inflation belastet die kalte Progression damit die Steuerzahler sehr.
Konkret muss ein Steuerzahler in diesem Jahr im Schnitt 659 und im nächsten Jahr 606 Euro höhere Steuern zahlen, heißt es in dem Bericht. Zuerst hatte „T-Online“ über die Zahlen berichtet.
Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will die kalte Progression durch eine Verschiebung der Steuersätze zwar ausgleichen. Die bisher geplanten Entlastungen reichen dafür allerdings nicht aus. Und: Gegen einen vollständigen Ausgleich regt sich zudem Widerstand in den Bundestagsfraktionen von SPD und Grünen.