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StudieKeine Klimaneutralität bis 2045 – aber deutliche Fortschritte

Laut einer Studie verpasst Deutschland die Ziele, ist aber Vorbild bei der Energiewende. Mehr Erneuerbare werden nicht zu teurem Strom und Versorgungslücken führen. Es gibt andere Probleme.Klaus Stratmann 26.02.2025 - 03:59 Uhr Artikel anhören
Elektroautos von VW: Laut einer Studie werden Stromer schon sehr bald deutlich günstiger als Verbrenner. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Berlin. Bis zum Jahr 2045 möchte Deutschland klimaneutral werden. Dieses und auch andere energiepolitische Ziele bis 2050 wird die Bundesrepublik nicht erreichen. Aber insgesamt wird Deutschland deutliche Fortschritte hin zur Klimaneutralität machen. Das ist das Ergebnis des „Energy Transition Outlook Deutschland 2025“.

Die norwegische Zertifizierungsgesellschaft DNV wird ihre Studie am Mittwoch in Berlin vorstellen. Der Bericht liegt dem Handelsblatt vor. Das sind die wichtigsten Aussagen der Untersuchung:

  • Deutschland wird bis 2050 46 Prozent des Energiebedarfs durch Strom decken. Aktuell sind es 19 Prozent.
  • Bis 2050 wird der Anteil der Energieimporte an der deutschen Primärenergieversorgung von heute 70 Prozent auf nur noch 27 Prozent sinken. Das liegt daran, dass zunehmend Prozesse in Sektoren wie Gebäude, Verkehr und Industrie elektrifiziert werden, während gleichzeitig der Erneuerbaren-Anteil an der Stromerzeugung steigt. Deutschland wird einen großen Teil seiner Energieversorgung also selbst decken.
  • Bis 2050 werden Erdgas und Wasserstoff parallel genutzt und ähnlich stark nachgefragt werden. Ein Drittel des benötigten Wasserstoffs wird in Deutschland produziert werden.
  • Die CO2-Emissionen werden bis 2045 um 89 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken, bis 2050 um 95 Prozent. Damit wird das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 verfehlt.
  • In den kommenden 25 Jahren müssen 3,3 Billionen Euro in die Energieinfrastruktur investiert werden.
  • Die Energiepreise eines zunehmend durch erneuerbare Energien bestimmten Systems sind kein Standortnachteil. Branchen mit hohem Anteil fossiler Brennstoffe werden ihre Produktionsprozesse zur Dekarbonisierung anpassen.

Problemzone Gebäudesektor: Strafzahlungen drohen

Wärmepumpen, Dämmungen, Solaranlagen oder neue Fenster: Seit Jahren geht die Dekarbonisierung im Gebäudesektor nur schleppend voran. Das dürfte auch künftig ein Problem sein, schätzt DNV.

Claas Hülsen, Leitautor der Untersuchung, sagte: „Es erweist sich als enorm schwierig, politisch direkt in den Heizungskeller einzugreifen. Hinzu kommt, dass die Handwerkerkapazitäten begrenzt sind.“

Das führe dazu, dass die Dekarbonisierung der etwa 20 Millionen Wohngebäude mehr Zeit erfordern werde als von der Politik kalkuliert. DNV geht davon aus, dass sich die Sanierungsquote im Gebäudesektor auch langfristig nicht über den Wert von einem Prozent erhöhen lässt.

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