Ukraine-Krieg: Infrastruktur aus dem Kalten Krieg: Warum in der Ukraine immer noch Strom fließt
In Kiew spielt ein Straßenmusiker während weiter Stromknappheit herrscht.
Foto: ReutersDie Ukraine will die Zahl ihrer „Unbesiegbarkeitszentren“ verdreifachen. Rund 5000 solcher Einrichtungen in beheizten Zelten oder Fahrzeugen stehen bisher in den Städten. Die Menschen wärmen sich darin auf, laden die Batterien ihrer Mobiltelefone und anderer Geräte, nutzen das Internet. Der Bedarf an diesen Notstationen mit dem trotzigen Namen könnte in den kommenden Tagen steigen. Russland werde „alles tun, um den Ukrainern bis zum neuen Jahr die Elektrizität zu nehmen“, sagte der Premierminister des Landes, Denys Schmyhal, am Montag.
Das ist dem russischen Militär trotz einer Serie von Luftangriffen auf die Energieinfrastruktur seit Oktober noch nicht gelungen. Dass der Strom nach Blackouts in den meisten Teilen des Landes wieder zu fließen beginnt – und damit auch Wasser und Wärme –, verdanken die Ukrainer nicht allein den unermüdlichen Reparaturtrupps der Energieversorger und Netzbetreiber. Zwei glückliche Zufälle helfen.
Als die russische Invasion im Frühjahr begann, steckte die ukrainische Energiewirtschaft mitten in einer Modernisierung des Stromnetzes, zu dem die Runderneuerung vieler Umspannwerke gehört. Große Umspannwerke sind neben Hochspannungsschaltanlagen an Kraftwerken die bevorzugten Ziele der russischen Drohnenlenker und Raketenschützen. Dank des Umbauprogramms verfügte der staatliche Übertragungsnetzbetreiber Ukrenergo aber über einen Bestand eingemotteter Transformatoren, mit dem er getroffene Anlagen ersetzen kann.