Wahljahr 2021: Prinzip Pragmatismus: So kämpfen die Grünen um die politische Führung
Ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten: Mitunter nutzt Kretschmann seine Position als Ministerpräsident, um bundespolitische Impulse zu setzen.
Foto: imago images/teamworkStuttgart, Berlin. Impfdesaster, Testdebakel und die Masken-Affäre – kurz vor den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg steckt die Union in einer tiefen Krise. Genau das könnte den Grünen bei ihrem weiteren Aufstieg nutzen. Vor allem in Baden-Württemberg haben sie am Sonntag bereits die erste Gelegenheit dazu.
Im Ländle kämpft Winfried Kretschmann, einziger grüner Ministerpräsident in der Republik, um seine Wiederwahl – und es sieht gut für ihn und seine Grünen aus. Die Turbulenzen um die Korruptionsvorwürfe und Rücktritte von Abgeordneten bei CDU und CSU könnten seine Chancen weiter verbessern.
Für die Bundespartei ist Kretschmann seit Langem ein Aushängeschild. Nach den Wahlen 2011 bildeten die Grünen in Baden-Württemberg als zweitstärkste Kraft nach der Union noch ein Bündnis mit der SPD. 2016 landeten sie dann mit 30,3 Prozent der Stimmen auf Platz eins. Kretschmann wurde Regierungschef der ersten grün-schwarzen Koalition.
Und genau darum geht es in Baden-Württemberg auch am nächsten Sonntag: um die Verteidigung von Grün-Schwarz oder – aus Sicht der CDU – um ein Werben für Schwarz-Grün, auch wenn das ziemlich unwahrscheinlich sein dürfte. Schon in einer am Freitag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen liegen die Grünen in Baden-Württemberg nun mit 35 Prozent vor der CDU mit 24 Prozent.