Deutschland: Was Menschen zum freiwilligen Dienst bei der Bundeswehr bewegt
Bautzen, Nienburg. Die Panzer stehen an der vorderen Linie der Verteidigungsfront, mitten in der ostdeutschen Lausitz. Feindliche Kompanien könnten auf ihrem Weg zum Dresdner Flughafen aus südlicher und nördlicher Richtung anrücken. Aber wo genau werden die Panzer langrollen? Wo stört kein Wald, kein Berg, kein Fluss? Ist die Verteidigung auf dem Weizenfeld südlich von Bautzen wirklich am besten positioniert? All das sind Fragen, die sich Timo Mügge gerade stellt.
Mit dem Kopf über eine Lagekarte gebeugt, tippt er mit seinem Finger immer wieder auf ein paar rote Vierecke. Runzelt die Stirn, steht auf, packt das dunkelgrüne Fernglas, das um seinen Hals baumelt, und geht vier Schritte auf den Acker raus. „6000 Meter Richtung Nordost bei dem Funkmast könnte die rechte Panzerkompanie anrücken“, sagt er zu einem Kameraden gewandt. Der nickt, klappt den Kompass auf und gleicht die Koordinaten mit der Karte ab.
An diesem Mittwoch im August ist es nur ein theoretisches Szenario, das Mügge und 19 weitere durchspielen. Sie sollen lernen, ein Gelände taktisch zu bewerten, wie der Feind zu denken und die eigenen Leute an den richtigen Stellen zu positionieren.