Ursula von der Leyen: Warum die CDU an ihrer „grünen“ Kommissionschefin festhält
Berlin, Brüssel. Die CDU-Führung hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag für eine zweite Amtszeit nominiert. Die Entscheidung im Bundesvorstand der Partei fiel einstimmig. Das sagte CDU-Chef Friedrich Merz in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin.
In zwei Wochen dann soll sie in Bukarest auf dem Parteitag der Europäischen Volkspartei (EVP), zu der CDU und CSU gehören, zur konservativen Spitzenkandidatin bei der Europawahl gekürt werden. Parteifreunde gehen davon aus, dass von der Leyen die nötige Unterstützung sicher hat. Gegenkandidaten werden nicht erwartet. Der Parteitag werde zur „Krönungsmesse“, heißt es in der EVP.
Auf der Berliner Bühne lobte CDU-Chef Merz die Niedersächsin als beherzte Anführerin Europas in der Coronapandemie und beim Ukrainekrieg. Doch hinter vorgehaltener Hand reden viele Parteifreunde ganz anders. Die CDU und von der Leyen – die beiden verbindet seit Jahrzehnten eine Hassliebe.
Dass die 65-Jährige an der Spitze der EU-Kommission in den vergangenen fünf Jahren eine rot-grüne Agenda vorangetrieben hat, ist dabei nur die jüngste Zumutung. Ihr „Green Deal“, ein Paket aus mehr als 30 Gesetzentwürfen, soll sicherstellen, dass Europa seine Klimaziele erfüllen kann.