Argentinien: Mileis Deregulierung lässt Mieten sinken, aber die Armut steigen
Salvador. Für die Menschen in Buenos Aires ist es ein ungewohnter Anblick: An vielen Häusern und Wohnungen in der argentinischen Hauptstadt hängen wieder Schilder mit der Aufschrift „Alquila“ oder „Vende“. Jahrelang gab es kaum Eigentümer, die ihre Immobilien zur Miete oder zum Kauf anboten.
In diesem Jahr nun hat sich die Zahl der zur Vermietung angebotenen Immobilien aber fast verdoppelt, wie eine statistische Erhebung des Verbandes der Immobilienwirtschaft (CI) ergibt. Nach Angaben der Notarkammer sind die Grundbucheintragungen auf dem höchsten Stand seit sechs Jahren.
Für den plötzlichen Boom auf dem Markt für Wohnungen und Häuser gibt es drei Gründe. Sie alle hängen mit Entscheidungen des liberalen Präsidenten Javier Milei zusammen, der seit knapp zehn Monaten im Amt ist. Gleichzeitig haben diese aber teils harte Konsequenzen – für Mieter, für Arbeitnehmer und für Banken.