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Ein Mitarbeiter versprüht in einem Zug in Seoul ein Desinfektionsmittel

In Südkorea wurden mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet.

(Foto: dpa)

Asien So rüsten sich Chinas Nachbarn gegen das Coronavirus

Die Nachbarländer verstärken die Gegenmaßnahmen gegen das Virus. Die südkoreanischen Behörden werben in einer Aufklärungskampagne mit Comic-Held „Ironman“.
27.01.2020 - 12:57 Uhr Kommentieren

Tokio Das neue Coronavirus hat immer größere Auswirkungen auf Chinas ostasiatische Nachbarn Südkorea und Japan. Südkoreas Seuchenschutzbehörde hat nach dem vierten bestätigten Krankheitsfall die Seuchenwarnstufe von Gelb auf Orange erhöht, die dritte von insgesamt vier Stufen. Darüber hinaus richten sich die Tourismusindustrien beider Länder auf einen massiven Einbruch von Gruppenreisen ein. Japans Regierung und Unternehmen versuchen derweil, Bürger und Mitarbeiter aus dem isolierten Wuhan nach Japan zu evakuieren. Ein Überblick über die Auswirkungen auf Chinas Nachbarn:

Südkorea

Der erste Fall: Am 20. Januar isolierten die Behörden eine 30-jährige Chinesin bei der Einreise am internationalen Flughafen Incheon. Sie war beim üblichen Temperaturmessen mit Fieber aufgefallen und positiv auf Coronaviren getestet worden. Sie wurde danach in ein Krankenhaus zur Behandlung gebracht.

Seither sind drei weitere Fälle bekanntgeworden, der bisher letzte am Montag. Wie das Seuchenzentrum mitteilte, handelt es sich um einen 55-jährigen Koreaner, der am 20. Januar von einer Reise nach Wuhan zurückgekehrt war. Bereits einen Tag nach seiner Ankunft ging er zu einem lokalen Arzt und wurde wegen einer Erkältung behandelt. Als er dann Fieber und Muskelschmerzen entwickelte, meldete der Arzt ihn am 25. Januar an die Behörden. Danach wurde er unter Beobachtung gestellt. Am Sonntag diagnostizierten die Ärzte eine Lungenentzündung und isolierten den Mann.

Die Behörden identifizierten 74 Personen, mit denen der Mann Kontakt hatte. Von denen wurde eine wegen Erkältungssymptomen unter Beobachtung gestellt, aber negativ auf das Virus getestet. „Dennoch beobachtet das koreanische Seuchenzentrum seine Familie und Bekannten durch aktive Überwachung und häusliche Quarantäne auf eine mögliche Infektion“, teilte die Behörde mit.

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    Warnstufe Orange: Am Montagnachmittag erhöhte das koreanische Seuchenamt die Warnstufe für ansteckende Krankheiten dann von Gelb auf Orange, ein Schritt unter dem höchsten Niveau Rot. Dieser Alarm wird bei einer begrenzten Verbreitung von neuen Infektionskrankheiten aus dem Ausland ausgerufen. Neben dem zentralen Lagezentrum wird sich die Regierung unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten mit der Krise beschäftigen.

    Gleichzeitig werden intensive Schutz- und Überwachungsmaßnahmen durchgeführt. Die Warnstufe Rot wird ausgerufen, wenn eine neue importierte Krankheit sich dann innerhalb von lokalen Gemeinden oder landesweit ausbreitet. In dem Fall werden landesweit Regierungsstellen mobilisiert und die Kontrollmaßnahmen verschärft.

    Prävention mit Ironman: Seit der Viruserkrankung Mers (Middle East respiratory syndrome coronavirus) im Jahr 2012 betreibt das Seuchenamt eine Aufklärungskampagne, um den Menschen zu vermitteln, wie sie vorbeugen können. Mithilfe von Plakaten und Videos wird erklärt, wie man richtig in die Armbeuge niest. 2018 mobilisierte die Behörde für einen PR-Film sogar den amerikanischen Comic-Held „Ironman“ und seine Mitretter für einen guten Zweck.

    „Jeden Tag träume ich davon, ein Held zu werden, der die Welt beschützt“, sagt ein Mann in dem Video, der im Anzug zur Arbeit geht. „Manchmal wünsche ich mir, besondere Kräfte zu haben.“ Aber er wisse, dass er schon jetzt ein Held für seine Familie ist. Denn er wasche sich regelmäßig die Hände und huste und niese in die Armbeuge. „Dies ist meine Methode, die Gesundheit meiner Familie zu schützen“, sagt die Stimme des Mannes aus dem Off, während man sieht, wie er mit seiner Familie zu Abend isst. „Genau wie die Avengers die Welt beschützen, beschütze ich meine Familie“, sagt der Mann.

    Japan

    „Eine besondere Infektionskrankheit“: Auch in Japan wurden inzwischen vier Infizierte identifiziert. Im Land leben mehr als doppelt so viele Menschen wie in Südkorea. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe hat am Montag angekündigt, die neue Erkrankung als „besondere Infektionskrankheit“ einzustufen. Mit diesem Schritt würde die Regierung das gleiche Arsenal wie bei Sars (schweres akutes Atemwegssyndrom) und Mers mobilisieren. Zu den möglichen Maßnahmen gehören eine Berichtspflicht und zwangsweise Krankenhauseinweisungen von Erkrankten in einem von rund 400 medizinischen Einrichtungen.

    Japans Regierung hat zudem angekündigt, ausreisewillige Japaner in Wuhan zurück nach Japan zu bringen. Auch Unternehmen wie der Produktionsanlagenhersteller Tokyo Electron, der Einzelhändler Aeon oder der Autobauer Honda versuchen entsandte Mitarbeiter heimzuholen, die in der betroffenen Region arbeiten.

    Schwere wirtschaftliche Schäden: Für die Tourismusindustrie brach die Infektionserkrankung zur Unzeit aus. Denn chinesische Reisegruppen, die derzeit am chinesischen Neujahrsfest nach Südkorea oder Japan reisen würden, müssen daheimbleiben. Dies trifft nicht nur die Hotelindustrie in den Tourismuszentren der Nachbarn, sondern auch den Einzelhandel.

    Die japanische Kaufhauskette Hankyu beispielsweise richtet sich besonders in seinem Flagship-Store in der japanischen Metropole Osaka auf einen Umsatzeinbruch ein, da dort 80 Prozent der Kunden chinesische Touristen sind. Die Analysten der Investmentbank Nomura schätzen, dass ein zehnprozentiger Rückgang der Touristen 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts kosten würde.

    Mehr: Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus lesen Sie in unserem Newsblog.

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