Assad-Regime: Diese Karten zeigen den rasanten Machtwechsel in Syrien
Düsseldorf. Nach 14 Jahren Bürgerkrieg hat es nur eine Woche gebraucht, um die Situation in Syrien fundamental zu verändern. Die Rebellen um Abu Mohammed al-Dscholani haben die Macht im Land übernommen, Diktator Baschar al-Assad ist inzwischen nach Moskau geflohen. Das syrische Militär erklärte seine Regierungszeit für beendet.
Das Handelsblatt zeichnet diesen Blitz-Machtwechsel mithilfe von Karten nach. Die Daten dazu kommen vom US-Thinktank Institute of War, einer renommierten Denkfabrik zu Konflikten weltweit. Wichtig ist: Die Lage ist aktuell noch derart unübersichtlich, dass Gebietsansprüche und Karten verschiedener Quellen höchst unterschiedlich aussehen.
Syrien am 3. Dezember:
Die Rebellen haben Aleppo eingenommen und wagen Vorstöße nach Homs. Die Dynamik der Kampfhandlungen ist groß. Wie das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) berichtet, gibt es vor allem in Nordsyrien heftige Kämpfe.
Syrien am 5. Dezember:
Die Rebellen drängen aus dem Norden immer weiter nach Süden Richtung Homs vor. Zugleich können die Türkei und von ihr unterstützte Gruppen an Boden gewinnen. Dennoch deutet nichts zu dem Zeitpunkt auf einen so raschen Machtwechsel hin.
Noch ist es vor allem eine Offensive von Rebellen, die aus einer Richtung kommt. Zugleich fragen sich Beobachter, inwiefern Moskau Assad helfen kann und will. Doch aus Russland und vom Verbündeten Iran kommen kaum Äußerungen.
Russland unterhält zwei wichtige Militärbasen in Syrien, ein Flugfeld und einen Hafen. Sie sollen den Zugang zum Mittelmeer und eine Präsenz im Nahen Osten garantieren. Was nach dem Machtwechsel nun mit ihnen geschieht, ist noch unklar.
Syrien am 7. Dezember:
Die Rebellen können Homs einnehmen. Zugleich bewegen sich weitere oppositionelle Kräfte aus dem Süden Richtung Damaskus. Auch aus Richtung der US-Militärbasis Al-Tanf beginnen syrische Gruppen, Assads Militär zurückzudrängen.
Damit hat der bisherige Machthaber mit einer sich schnell verändernden Situation an gleich mehreren Fronten zu kämpfen. Die Rebellen sprechen bereits davon, dass sie in Kürze auch die Hauptstadt Damaskus einnehmen werden.
Syrien am 8. Dezember:
Innerhalb weniger Stunden nehmen die Rebellen die Hauptstadt Damaskus ein. Assad verlässt eilig das Land und fliegt mit seiner Familie nach Moskau, wo er Asyl erhält. Das Militär hatte sich zuvor geweigert, weiter für den Machthaber zu kämpfen.
Was genau nun passiert, ist unklar. Die Zukunft des Landes ist höchst ungewiss. Schon berichten verschiedene Seiten davon, dass es Kämpfe zwischen den Rebellengruppen gibt. Fraglich bleibt, ob es dem Führer der Rebellen, Abu Mohammed al-Dscholani, wirklich gelingt, die verschiedenen Kräfte in Syrien zu einen.