Außenminister-Reise: Chance auf Freihandelsabkommen mit Indien wächst – dank Trump
Bangalore, Bangkok. Die Stadt gilt als das Silicon Valley Indiens: Während sich draußen Rikschas und Kleinbusse hupend durch den Verkehr schieben, sitzt Johann Wadephul in einem Raum ohne Fenster im Entwicklungszentrum von Mercedes-Benz. Gleich am ersten Tag seines Kurztrips nach Indien führte es den Bundesaußenminister in die 15-Millionen-Metropole Bangalore. Und zum deutschen Autobauer Mercedes-Benz, der hier 9000 Mitarbeiter beschäftigt.
Der CDU-Politiker schaut konzentriert auf einen großen Fernsehbildschirm, auf dem der Innenraum eines Autos in Echtzeit zu sehen ist. Der Fahrer ist gut zu erkennen. Erst legt sich ein grüner Rahmen um den Sicherheitsgurt des Fahrers.
Als dieser den Gurt absichtlich falsch anlegt, ändert sich die Farbe: Der Rahmen erscheint jetzt in Rot. Dank Künstlicher Intelligenz erkennt das Auto selbstständig, dass der Gurt falsch angelegt ist, und warnt den betroffenen Passagier. Entwickelt haben das System die Softwareingenieure von Mercedes in Indien.
Das Mercedes-Entwicklungszentrum in Bangalore steht sinnbildlich für das Potenzial der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indien. „Ein kleines Stück Indien steckt in jedem Mercedes“, sagt einer der Mitarbeiter. Jedes Auto von Mercedes, das weltweit verkauft wird, trägt Software aus diesem Entwicklungszentrum in sich. „Ich bin der Auffassung, dass Deutschland nach neuen globalen Partnerschaften suchen muss, und Indien gehört mit Sicherheit dazu“, sagte Wadephul nach dem Besuch.