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Britische Bauarbeiter finden kleinen SchatzZeitreise mit Tamagotchi

Die Nachricht versetzte Millionen Briten in ihre Kindheit zurück: Ein Schatz ist aufgetaucht – der blaue Peter. Bei Ausgrabungen buddelten Bauarbeiter versehentlich eine Zeitkapsel aus. Eine Weltgeschichte.Kerstin Leitel 03.02.2017 - 19:26 Uhr Artikel anhören

In London wurde eine Zeitkapsel von vor rund 20 Jahren gefunden. Auch ein elektronische Haustier fanden die Bauarbeiter darin.

Foto: dpa

London. Es ist ein Kindheitstraum: Beim Graben stößt man auf einen großen, merkwürdigen Gegenstand. Ein Schatz? Mit alten Goldmünzen oder antikem Schmuck? Oder Dinosaurierknochen? Ab und zu kann man schließlich eine spannende oder auch lukrative Entdeckung im Erdboden machen. Doch was die Bauarbeiter dieser Tage im Südosten Londons ausbuddelten, war keineswegs lukrativ. Aber er brachte Millionen Briten Kindheitserinnerungen zurück. Denn was die Bauarbeiter fanden, war eine silberne Röhre, hüfthoch, mit einem blauen Segelschiff darauf. Und einem Namen: Der Blaue Peter.

Millionen Briten horchen da auf. „Blue Peter“ ist in Großbritannien ein Begriff. Es ist der Name einer Kindersendung der BBC, die seit 1958 ausgestrahlt wird und damit die älteste TV-Show für Kinder in der ganzen Welt ist. Die Sendung hat in Großbritannien Kultcharakter. Ähnlich wie die deutsche „Sendung mit der Maus“ oder „Peter Löwenzahn“ erklären die Moderatoren die Welt, besuchen eine Käsefabrik, basteln oder backen einen Kuchen. Die Sendung startete im Schwarz-Weiß-Fernsehen und ist noch heute zu sehen.

1971 wurde im Rahmen der Sendung eine Zeitkapsel vergraben, vor dem Gebäude der BBC, neben einem kleinen Bäumchen. Das Interesse der zuschauenden Kinder war groß, hunderte schrieben dem Sender zu dem Thema. 29 Jahre später wurde die Kiste ausgegraben und geöffnet. Darin: Klatschnasse Bücher. Es war Wasser in die Kiste eingedrungen.

Es wurde damals beschlossen, wieder etwas für die kommenden Generationen zu vergraben – diesmal zwei Kapseln. Eine sollte 2029 wieder ans Tageslicht kommen, die andere 2050. Die Zuschauer durften Vorschläge machen, was man der nächsten Generation präsentieren wolle.

Das Ergebnis: 1998 wurde eine Spice-Girls-CD eingepackt, ein Tamagotchi, eine VHS-Kassette, eine Betamax-Kassette, eine Teletubby-Puppe, ein Insulinstift und ein Asthma-Inhalationsgerät. Auch ein Foto von Prinzessin Diana, die ein Jahr zuvor ums Leben gekommen war, wurde in die Röhre gesteckt. Die Gegenstände wurden bei den Bauarbeiten für den Londoner Millennium Dome vergraben – dem immer noch größten Kuppelbau der Welt, wenngleich das Gebäude mittlerweile in O2 Arena umbenannt wurde. Nun wurde die Kapsel bei Bauarbeiten versehentlich entdeckt, 33 Jahre zu früh. Sie soll wieder vergraben werden, aber mit neuem Inhalt. Die BBC nimmt noch Vorschläge an.

Wie geht es weiter beim Brexit?
Einem Urteil des höchsten britischen Gerichts zufolge muss das britische Parlament dem EU-Austrittsgesuch des Landes zustimmen. Ein entsprechendes Gesetz geht an diesem Dienstag (31.01.2017) in die zweite Lesung im Unterhaus. Wenn es auch die dritte Lesung und das Oberhaus passiert hat, könnte es noch vor Ende März verabschiedet werden und in Kraft treten. Quelle: dpa / Stand: 31.01.2017
Spätestens am 31. März 2017 will Premierministerin Theresa May den Europäischen Rat offiziell vom Austrittswunsch ihres Landes in Kenntnis setzen. Das ist Voraussetzung für den Start der Austrittsverhandlungen.
Sobald das Schreiben aus London eintrifft, zurrt die Rest-EU in drei Schritten ihre Verhandlungslinie fest: Ein Sondergipfel der 27 Staats- und Regierungschefs beschließt drei bis fünf Wochen später Leitlinien. Auf dieser Basis schlägt die EU-Kommission den Start der Verhandlungen und ein Mandat vor und lässt es vom Rat bestätigen.
EU-Chefunterhändler Michel Barnier und sein Team von gut 20 Experten geben sich 18 Monate für die eigentlichen Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens und Übergangsregelungen, also etwa bis Oktober 2018.
Auf EU-Seite muss das Austrittsabkommen vom Europaparlament gebilligt und dann vom Rat angenommen werden - und zwar ohne Großbritannien. Premierministerin May will den Vertrag auch dem britische Parlament vorlegen.
Das ganze Verfahren muss binnen zwei Jahren nach dem offiziellen Austrittsgesuch abgeschlossen sein, in dem Fall also wohl bis Ende März 2019.

Wir hätten da ein paar: Aus Sicht der jungen Zuschauer sollten bestimmt Harry-Potter-Bücher reinkommen, vermutlich ein Smartphone und ein Selfie-Stick. Und wie wäre es darüber hinaus mit einem Foto der Premierministerin Theresa May, händchenhaltend mit dem US-Präsidenten Donald Trump? Dem gerade vorgelegten „White Paper“ der britischen Regierung für den geplanten Austritt aus der Europäischen Union? Da wäre es ja vielleicht auch nicht so schlimm, wenn wieder Wasser in die Röhre eintritt.

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