China verschleiert seine Krise: Die undurchsichtige Supermacht
Chinas Wirtschaftsschwäche belastet die globale Konjunktur.
Foto: dpaPeking. Chinas Statistikbehörde hat am Freitag eine ganze Reihe neuer Konjunkturdaten veröffentlicht. Doch die offiziellen Zahlen werden von Unternehmen und Märkten zunehmend mit Skepsis betrachtet.
So gehen Branchenkenner davon aus, dass die offiziellen Daten zum Immobilienmarkt das Ausmaß der Krise nicht widerspiegeln. Hinzu kommt, dass die Staatsführung wichtige Statistiken zurückhalte oder glätte, warnen Experten. Zudem werden kritische Ökonomen immer häufiger zum Schweigen gebracht.
Die wachsenden Probleme der chinesischen Wirtschaft haben das Misstrauen noch einmal erhöht. Innerhalb weniger Monate hat sich China vom Hoffnungsträger für die Weltwirtschaft zum Sorgenkind entwickelt.
Grund für die Skepsis gegenüber den offiziellen Zahlen sei, dass es sich insbesondere beim chinesischen Wirtschaftswachstum um eine „politische Zahl“ handelt, betonte jüngst Scott Kennedy, China-Experte beim US-Thinktank Center for Strategic and International Studies (CSIS).
Im zweiten Quartal ist Chinas Wirtschaft offiziellen Angaben zufolge nur noch um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Es gebe nicht nur die Sorge, dass die Daten zu hoch oder zu niedrig angesetzt seien, sondern auch die Befürchtung, sie könnten von der Staatsführung „geglättet“ worden sein. Sollte dies der Fall sein, würden sie die Schwankungen der realen Wirtschaft nicht widerspiegeln.