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Coronavirus Schutzmaskenpflicht in Österreich: Es fehlt noch an genügend Ausrüstung

Händler kritisieren Lieferengpässe bei der Einführung der Maskenpflicht ab Mittwoch. Auch die Opposition zweifelt an einer landesweiten Versorgung.
31.03.2020 - 13:16 Uhr 4 Kommentare

Schutzmaskenpflicht in österreichischen Supermärkten beschlossen

Wien Ob die Einführung einer Maskenpflicht in Österreich beim Einkauf im Supermarkt ab Mittwoch flächendeckend gelingt, ist noch offen. Schon bei der Bekanntgabe des Strategiewechsels am Montag durch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) musste die Regierung einräumen, dass voraussichtlich nicht alle Supermärkte ihren Kunden am Eingang eine einfache Atemmaske zum Einkaufen aushändigen können.

Als Alternative können Kunden im österreichischen Einzelhandel auch selbst gebastelte Masken tragen oder sich einen Schal über den Mund- und Nasenbereich ziehen. „Je weniger geniest und gehustet wird, desto weniger ist die Gefahr – hier hilft jede Form der Mundbedeckung“, sagte Kurz. „Wir werden auf das Tragen von Masken setzen“, sagte der Bundeskanzler. „Ich bin mir vollkommen bewusst, dass Masken für unsere Kultur etwas Fremdes sind.“

Sollte ein Kunde ganz ohne Maske bei Aldi (Hofer), Rewe (Billa, Bipa), Spar oder Lidl einkaufen, werden keine Strafen verhängt. Doch dem Kunden wird der Eintritt in das Geschäft von den Angestellten verwehrt. Eine gesetzliche Grundlage für die Maskenpflicht fehlt aber noch. „Wir können nicht etwas verordnen, was logistisch nicht möglich ist“, sagte der österreichische Regierungschef.

Die Opposition zweifelt unterdessen an einer landesweiten Versorgung mit Mund- und Nasenschutz. Oppositionsführerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) kritisierte, dass es zu wenig Masken und Schutzanzüge im Land gebe. Die Masken sollten den Bürgern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden und nicht nur in Supermärkten verwendet, sondern flächendeckend im gesamten öffentlichen Raum eingesetzt werden, fordert die Sozialdemokratin.

Medizinern in Österreich geht die Kehrtwende im Kampf gegen das Coronavirus ebenfalls nicht weit genug. Der Rektor der Medizinischen Universität in Wien, Markus Müller, forderte in einem Brief eine Maskenpflicht für den gesamten öffentlichen Raum.

„Das Tragen der Masken erlaubt eine geringere Einschränkung der persönlichen Freiheit und der Berufsausübung“, schrieb der Mediziner und verwies auf den Erfolg in Japan. Durch die dortige umfassende Maskenpflicht hat sich das Coronavirus im Vergleich zu Europa weitaus weniger ausgebreitet. Bei den einfachen Masken geht es vor allem darum, andere beispielsweise durch Husten nicht anzustecken. Denn durch den Mund- und Nasenschutz dringen weniger infektiöse Tröpfchen.

Die rechtspopulistische FPÖ zweifelt hingegen an der flächendeckenden Einführung der Maskenpflicht. „Solange es die Bundesregierung nicht schafft, dass Kliniken, Arztordinationen, Apotheken oder andere Hilfs- und Pflegedienste zentral mit ausreichend Schutzausrüstung versorgt werden können, ist es wohl eindeutig zu früh, die breite Öffentlichkeit zum Maskentragen zu verpflichten“, sagte FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak am Dienstag.

Finanzielle Entschädigung für Schutzmasken gefordert

Der Handelsverband in Österreich fordert unterdessen von der Regierung eine finanzielle Entschädigung für die Schutzmasken, die gratis an die Kunden ausgegeben werden sollen. „Sollte die Ausgabe der Masken an die Konsumenten kostenfrei erfolgen, fordern wir eine vollständige Entschädigung für den Ankauf, die Bereitstellung und Ausgabe der Masken – alles andere wäre unfair“, sagte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Dienstag.

Die Branche habe wenig Verständnis für die überraschend eingeführte Maskenpflicht in Österreich ab Mittwoch. Denn viele Händler hätten große Probleme angesichts von Lieferengpässen überhaupt die Masken zu beschaffen. Experten gehen von einem Bedarf von vier Millionen Masken pro Tag in Österreich aus.

Vor allem kleinere Händler wie Bäcker, Reformhäuser oder Tierfutterhändler hätten Probleme, die Schutzmasken bis Mittwoch zu beschaffen. Die beiden Handelskette Rewe und Spar besitzen offenbar im Gegensatz zur Konkurrenz bereits ausreichend viele Atemmasken, um sie an die Kunden gratis abzugeben.

Andere Ketten bemühen sich derzeit intensiv, um dem Wunsch der Regierung zu entsprechen. Medizinische Masken sollen in Österreich auch künftig dem Fachpersonal vorbehalten sein.

Österreich ist nicht das einzige Land der EU, das die Maskenpflicht eingeführt hat. In Slowenien hat die Regierung am Montag ihre Bürger verpflichtet, sowohl in Geschäften als auch in geschlossenen öffentlichen Räumen Masken zu tragen. Wie die slowenische Nachrichtenagentur Sta berichtet, werden die Läden in dem zwei Millionen Einwohner großen Land außerdem zwischen 8 und 10 Uhr nur noch für Ältere, Schwangere und andere Mitglieder von Risikogruppen geöffnet.

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4 Kommentare zu "Coronavirus: Schutzmaskenpflicht in Österreich: Es fehlt noch an genügend Ausrüstung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Herr Helmut Metz
    Sie meinen also, dass die US-Forscher aus der von mir zitierten Studie überhaupt nichts wussten, was sie taten?
    " To our knowledge, this is the first in vivo report demonstrating antiviral activity of AgNPs during RSV infection."
    Und übrigens: glauben Sie wirklich, dass die Millionen von Deutschen die dieses Medikament Gastrarctin N gekauft haben, haben diese Tropfen in Reagenzglas gekippt?

  • @ Rich Dzikowski
    "Kolloidales Silber kann über 650 Bakterien-, Pilze und Virenstämme beseitigen."

    Das Problem ist: nachgewießenermaßen(!!) ausschließlich IN VITRO, aber eben nicht IN VIVO!
    Ich habe selbst einen Bekannten, dessen infizierte Wunde mit speziellen Wundauflagen, die mit kolloidalem Silber beschichtet waren, behandelt wurde. Die freigesetzten Silberkationen töten hierbei Mikroben ab.
    Es gibt jedoch keine seriöse pharmakologische Studie dazu, dass es auch in vivo (also etwa als Getränk) irgendeine Wirkung hat!

  • Masken können keine Viren töten; kolloidales Silber schon. Kolloidales Silber kann über 650 Bakterien-, Pilze und Virenstämme beseitigen.
    Würde man sich diesen Wirkstoff in Mund- sowie Nasenhöhle zerstäuben, dann könnte man sich AKTIV gegen den SARS-CoV2 Virenbefall schützen. Die im Rachen aktive Viren würden auch somit beseitigt.
    Hier ein Hinweis an alle Skeptiker: In damaligen DDR und dann in Bundesrepublik Deutschland wurde über 65 Jahre ein Medikament "Gastrarctin N" vertrieben. In 100 Gramm des Magenmittels befänden sich an arzneilich wirksamen Bestandteilen 0,25 Gramm Silber (kolloidal). Auch wenn dieses Arzneimittel millionenfach verwendet wurde, ist niemand an den Nebenwirkungen des Silbers erkrankt oder gar gestorben.
    Siehe eine Studie über Wiksamkeit des AgNPs:
    https://www.mdpi.com/1999-4915/11/8/732/htm

  • Das ist reiner - und komplett unausgegorener - Aktionismus der österreichischen Regierung!
    Das Coronavirus gilt als hochinfektiös. Da helfen nur sogenannte FFP3-Atemschutzmasken.
    FFP1-Masken (das sind diejenigen, die Otto-Normalbürger im Handel bekommt (bzw. schon jetzt nur noch zu Wucherpreisen)) kann man hier komplett in die Tonne treten. Diese lassen Virus-Partikel in der Luft nämlich ungehindert durch.
    Von Bekannten, die in Kliniken arbeiten, weiß ich, dass dagegen die einzig schützenden FFP3-Masken knapper als knapp sind. Und die sind auch jetzt fast unbezahlbar. Aber nicht nur das: selbst wenn man sie korrekt trägt, halten sie nur ca. 4 Stunden "dicht". Wiederverwendung ausgeschlossen!!
    Entscheidend ist daher einzig und alleine, dass Arztpraxen und Krankenhäuser (und hier insbesondere Intensiv- und Infektionsstationen) ausreichend mit den nun sündhaft teuren und fast nicht mehr erhältlichen FFP3-Masken versorgt werden!!

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