Energie: Habeck will grünen Wasserstoff in großen Mengen aus Indien importieren
Neu-Delhi. Deutschland will langfristig in größeren Mengen grünen Wasserstoff aus Indien importieren. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte am Samstag in Neu-Delhi, eine entsprechende Kooperationsabsicht sei am Freitag bei den Deutsch-Indischen Regierungskonsultationen vereinbart worden. Die sogenannte Roadmap soll dazu beitragen, Wasserstoff langfristig rentabel zu machen und den Handel zu unterstützen. Wasserstoff wird benötigt, um auch Industriebranchen wie Stahl oder Zement klimaneutral zu machen.
„Indien hat aufgrund günstigster Preise für Strom aus Erneuerbaren Energien das Potenzial, global wettbewerbsfähig grünen Wasserstoff herzustellen“, so Habeck. Das Land wolle ein wichtiger Exporteur werden. Feste Lieferkontingente seien aber noch nicht verabredet worden. Kritiker monieren, es wird noch lange dauern, bis Wasserstoff zu attraktiven Preisen zur Verfügung steht. Außerdem sei es unklar, ob ihn Indien angesichts des eigenen starken Wirtschaftswachstums dann überhaupt in großen Mengen exportieren will.
Indien plant bis 2030 den Aufbau einer Produktionskapazität von fünf Millionen Tonnen Wasserstoff pro Jahr. Deutschland wird wahrscheinlich mehr als die Hälfte seines Bedarfs importieren müssen. Wie bei anderen weit entfernten Ländern wie Namibia oder Kanada auch werden Lieferungen per Schiff angestrebt.
Habeck räumte im Gespräch mit Studenten in Neu-Delhi ein, dass die Umstellung industrieller Prozesse teuer werde. „Man muss dafür zahlen.“ Deutschland sei aber ein reiches Land und trage Verantwortung, die eigene Industrie klimaneutral zu machen.