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Eurovision Song ContestGreta Thunberg bei Protest vor ESC in Malmö abgeführt

Im Vorfeld des Eurovision Song Contest in Malmö, den Nemo aus der Schweiz gewann, protestierten Tausende für Frieden in Gaza – und gegen Israel. Die Polizei nahm zahlreiche Menschen fest. 12.05.2024 - 09:41 Uhr aktualisiert
Die bekannte Klimaaktivistin Greta Thunberg nahm vor dem ESC in Malmö an Protesten für Gaza und gegen Israel teil. Foto: IMAGO/TT

Malmö. Überschattet von Protesten gegen das Teilnehmerland Israel und von der Disqualifikation der Niederlande ist in Malmö am Samstagabend das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) über die Bühne gegangen. Nemo aus der Schweiz gewann mit dem Lied den Wettbewerb, nachdem Jurys und Publikum ihm die meisten Punkte gegeben hatten. 

Vor der abendlichen Show in Malmö war die Stimmung in der Stadt angespannt, zahlreiche Menschen nahmen an pro-palästinensischen Demonstrationen teil. Polizisten führten Klimaaktivistin Greta Thunberg mit anderen Demonstrierenden vom Platz vor der Arena ab. Die Beamten errichteten Absperrungen.

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Bereits am Donnerstag hatte Thunberg anlässlich des zweiten Halbfinales bei einer Demonstration gegen Israels Teilnahme mitgemacht. Sie teile nicht die Meinung, dass der Wettbewerb unpolitisch sei, sagte sie damals. „Wir werden nicht hinnehmen, dass einem Land, das derzeit Völkermord begeht, eine Plattform geboten wird, um sich selbst mit Kunst reinzuwaschen“, schrieb Thunberg am Freitag auf der Plattform X.

Der Eurovision Song Contest hat in Greta Thunbergs Familie durchaus eine Bedeutung: Thunbergs Mutter Malena Ernman nahm 2009 für Schweden am ESC teil. Sie belegte damals in Moskau Platz 21 von 25 im Finale – Sieger war der norwegische Beitrag „Fairytale“ von Alexander Rybak.

Bei ersten Protesten am Abend hatte die Polizei die Stimmung unter den 6000 bis 8000 Teilnehmern noch als „friedlich“ beschrieben – bei der deutlich kleineren Versammlung vor der Halle mussten die Einsatzkräfte dann jedoch stärker durchgreifen. Mehrere Menschen wurden draußen wegen Störungen festgenommen. Auch aus dem Publikum in der Halle gab es Protestrufe gegen Israels Act.

Kritik und Unterstützung für Israels Beitrag

Die Teilnahme und der Beitrag Israels hatten im Vorfeld enormen Gegenwind bekommen. Wegen des Krieges in Gaza wurden Forderungen nach einem Ausschluss Israels aus dem Wettbewerb laut.

Der Veranstalter des ESC, die Europäische Rundfunkunion (EBU), ließ Israel mit der Begründung teilnehmen, dass es eine unpolitische Veranstaltung sei. Gleichzeitig sprachen sich viele Beobachter und Kommentatoren dezidiert für Israel aus.

Israel musste aber auf Druck der EBU Text und Songtitel einer ersten Fassung ändern – sie erschien den Veranstaltern mit dem Titel „October Rain“ zuerst zu politisch wegen möglicher Hinweise auf die von palästinensischen Terroristen am 7. Oktober in Israel verübten Massaker. Der überarbeitete Song hieß nun „Hurricane“. Die Sängerin 20-jährige Eden Golan erreichte damit am Ende Platz fünf und bekam vor allem durch das Televoting des Publikums viele Punkte.

Nemo aus der Schweiz gewann den ESC vor Kroatien und der Ukraine. Foto: Jens Büttner/dpa

Beim Einlauf der Nationen um kurz nach 21 Uhr waren Pfiffe in der Halle bei Israel zu hören. Auch beim Vortragen ihres Liedes musste Golan zahlreiche Pfiffe und laute Buhrufe über sich ergehen lassen. Unruhe erfasste kurz den Saal. Die Sängerin hatte bereits zum Halbfinale solche Protestreaktionen von Zuschauerinnen und Zuschauern erlebt.

Bei der Flaggenparade präsentierte der Schweizer Act Nemo auf dem Rücken die Flagge des Landes – präsent vor der Brust jedoch die non-binäre Flagge. Nemo selbst identifiziert sich als nicht-binär, also weder als Mann noch als Frau.

Niederlande ausgeschlossen

Am Tag des Finales war bekannt geworden, dass der niederländische Kandidat Joost Klein vom Wettbewerb ausgeschlossen worden ist. Hintergrund war nach Angaben des niederländischen Fernsehsenders Avrotros eine aggressive Geste Kleins gegenüber einer Kamerafrau, die ihn nach seinem Auftritt beim Halbfinale am Donnerstagabend gefilmt hatte. Er habe die Frau den Angaben zufolge aber nicht berührt.

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Was genau passiert ist, blieb unklar. Die Polizei nahm aber Ermittlungen auf, weshalb ein Auftritt Kleins unangemessen sei, hieß es von den Veranstaltern. Der Startplatz der Niederlande, die Nummer 5, blieb beim Finale leer.

dpa
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