Geopolitik: Mexiko sagt USA Hilfen bei Abwehr von Migranten zu
Mexiko/Washington. Mexiko verstärkt nach Verhandlungen mit den USA den Schutz der gemeinsamen Grenze, um den Zuzug von Migranten zu verringern. Damit solle den USA geholfen werden, kündigte Präsident Andres Manuel Lopez Obrador am Freitag (Ortszeit) an.
Allerdings sollten die USA auch ihre Politik gegenüber manchen Herkunftsländern ändern, empfahl der mexikanische Präsident, der am Donnerstag mit dem US-Präsidenten Joe Biden telefoniert hatte. Biden steht im beginnenden US-Wahlkampf unter Druck, die Rekordzahl an illegalen Einwanderern zu reduzieren.
Obrador forderte, der Schutz der Grenze müsse durch außenpolitische Maßnahmen ergänzt werden. Es sei wichtig, die wirtschaftliche Förderung in Region fortzusetzen und die Ursachen der Migration anzugehen. In diesem Zusammenhang verwies er auf das US-Wirtschaftsembargo gegen Kuba und Sanktionen gegen Venezuela. "Denn auf die eine oder andere Weise fördert all dies die Migration", sagte Obrador.
Der Präsident erklärte, derzeit sei die Zahl der Migranten außergewöhnlich hoch. Darunter seien vor allem Venezolaner, aber auch Haitianer, Kubaner und Ecuadorianer. Er kündigte an, Mexiko werde den Grenzschutz im Süden zum Nachbarland Guatemala verstärken.
Der an der Grenze zu den USA gelegene mexikanische Bundesstaat Coahila teilte fast zeitgleich mit, Migranten mit einer Passagiermaschine in den südlichen Bundesstaat Tabasco an der Grenze zu Guatemala gebracht zu haben, die von dort aus in ihre Heimatländer zurückkehren sollten. Nach UN-Angaben haben sich in diesem Jahr über die Verbindung zwischen dem südamerikanischen Kolumbien und dem zentralamerikanischen Panama über eine halbe Million Menschen auf den Weg in die USA gemacht, doppelt so viele wie 2022.
Ebenfalls am Freitag öffneten die USA zwei für den Export wichtige Bahnübergänge zwischen Texas und Mexiko. Diese waren wegen der zunehmenden illegalen Grenzübertritte von Migranten geschlossen worden.
Die Zoll- und Grenzschutzbehörde der USA (CBP) hat im November insgesamt 242.418 Einwanderer aufgegriffen, was in etwa dem Stand vom Oktober entspricht. Die Schließungen der Bahnverbindungen hatten Eisenbahnunternehmen und Agrarindustrie besorgt.