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Global Risk Report Weltwirtschaftsforum warnt: Klimarisiken sind die größte Gefahr für die Erde

Das WEF warnt in seinem neuen Risikobericht vor einem „synchronisierten Abschwung“. Klimarisiken bilden alle fünf Spitzenplätze der wahrscheinlichsten Bedrohungen.
15.01.2020 Update: 15.01.2020 - 12:43 Uhr 4 Kommentare
Die Welt könne nicht länger warten, bis sich der geopolitische und geoökonomische Nebel gelichtet habe, warnt das WEF. Quelle: Fairfax Media/Getty Images
Szene nach dem Buschbrand in Australien

Die Welt könne nicht länger warten, bis sich der geopolitische und geoökonomische Nebel gelichtet habe, warnt das WEF.

(Foto: Fairfax Media/Getty Images)

Davos, London Wenn es noch eines Beweises bedarf, warum „Klimahysterie“ zum Unwort des Jahres gewählt wurde, der neue Global Risk Report des World Economic Forums (WEF) liefert ihn: Erstmals in der Geschichte des wohl wichtigsten Berichts über globale Risiken belegen die Gefahren des Klimawandels und damit verbundene Umweltrisiken alle fünf Spitzenplätze der wahrscheinlichsten Bedrohungen in den kommenden zehn Jahren.

Von Wetterextremen über fehlenden Klimaschutz und Naturkatastrophen bis hin zum Verlust der Biodiversität und von Menschen verursachten Umweltschäden reicht die Liste jener Gefahren, die von weltweit mehr als 1000 Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft als besonders bedrohlich angesehen werden.

„Der Klimawandel trifft uns härter und schneller, als viele es erwartet haben“, schreiben die WEF-Experten in ihrem Bericht und widersprechen damit dem Eindruck, es handele sich um Hysterie.

Auch im gerade veröffentlichen Risk-Barometer der Allianz rangieren Gefahren des Klimawandels für die weltweit rund 2700 befragten Risikoexperten weiter vorne als jemals zuvor. „Obwohl Handeln dringend geboten ist, warnen die Vereinten Nationen (UN), dass Länder hinter den vereinbarten Zielen des Pariser Klimaabkommens zurückbleiben“, betonte WEF-Präsident Børge Brende.

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    Die Welt könne nicht länger warten, bis sich der geopolitische und geoökonomische Nebel gelichtet habe, warnt das WEF. Noch können man den größten Risiken begegnen, aber das Zeitfenster schließe sich. Damit ist nicht nur der Klimawandel gemeint, sondern auch wirtschaftliche Instabilität und soziale Spaltung.

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    Lange Zeit sei die Wirtschaft eine Stütze und ein Wachstumsmotor für die Welt gewesen, schreibt Brende. Durch globale Handelskonflikte, hohe Schulden und ein vergleichsweise schwaches Wirtschaftswachstum von global etwa drei Prozent drohe jetzt allerdings ein „synchronisierter Abschwung“ der Weltwirtschaft. Verschärft werde die Lage noch dadurch, dass Politik und Notenbanken zu wenig „Munition“ hätten, um eine potenzielle Rezession zu bekämpfen.

    In vielen Ländern protestierten die Bürger gegen ein System, das die soziale Ungleichheit verstärke. „Inmitten der düster werdenden wirtschaftlichen Aussichten hat sich die Unzufriedenheit vieler Bürger verhärtet“, betonen die WEF-Experten. 78 Prozent der Befragten erwarten für 2020 eine härtere wirtschaftliche Konfrontation und eine stärkere politische Polarisierung. Turbulenzen seien die neue Normalität, fasst das WEF die Weltlage zusammen.

    Institutionen verlieren Vertrauen

    „Das Jahr 2020 wird zu einem Wendepunkt in der internationalen Politik“, sagt auch Ian Bremmer, Präsident der international tätigen Risikoberatung Eurasia Group voraus. Für den Politikberater sind vor allem die Präsidentschaftswahlen in den USA im November und die zunehmende Entkopplung (Decoupling) zwischen der chinesischen und amerikanischen Volkswirtschaft die größten Unsicherheitsfaktoren für die Weltwirtschaft.

    Auch weil die beiden Großmächte zusammen etwa 40 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erarbeiten. Das WEF weist in seinem Bericht ebenfalls auf wachsende geopolitische Risiken hin und macht dafür abnehmendes Vertrauen in multilaterale Institutionen mitverantwortlich: „Viele Staaten verhalten sich mehr nationalistisch und verfolgen ihre eigenen Ziele.“

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    Das nächste Woche beginnende Weltwirtschaftsform in Davos soll nach dem Willen von WEF-Gründer Klaus Schwab deshalb dazu beitragen, dass globale Probleme wieder gemeinsam gelöst und dabei die Interessen aller Beteiligten (Stakeholder) berücksichtigt werden.

    Das gilt auch für die Risiken, die von der rasant fortschreitenden Digitalisierung ausgehen. Obwohl die Hälfte der Weltbevölkerung inzwischen online sei und der Einsatz der digitalen Technologien enorme Vorteile für Wirtschaft und Gesellschaft mit sich bringe, drohe durch die geopolitischen Spannungen auch eine „digitale Zersplitterung“ der Weltwirtschaft, warnt das WEF.

    Ohne gemeinsame globale Regeln für die neuen Technologien werde die Cyberwelt zu einem Gefahrenherd mit „signifikanten Risiken“. Cyberattacken und Datendiebstahl gehören zu den zehn größten langfristigen Risiken im Global Risk Report.  

    Was kostet Deutschland der Klimawandel? – „Das wird existenzbedrohend“

    Mehr: Die deutsche Wirtschaft ist in diesem Jahr um 0,6 Prozent gewachsen. Es ist das schwächste Wachstum seit 2013.

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    4 Kommentare zu "Global Risk Report: Weltwirtschaftsforum warnt: Klimarisiken sind die größte Gefahr für die Erde"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ein Risko fehlt: Verlust der Würde der menschlichen Person und deren Anspruch auf Freiheit. Ursache: Huldigung der "Datenreligion"

    • Nachtrag zur Klarstellung:
      ich bin kein Leugner des Klimawandels und auch kein AfD-ler.
      Bin der Meinung, dass Klimawandel zur Erdgeschichte gehört und gesunder Menschenverstand das Gebot der Stunde sein sollte.
      Und - das Foto ist Panikmache.
      Die Brände in Australien haben nichts mit dem Klimawandel - sagt der oberste Feuerwehrmann in Australien, sondern hängt mit grüner Bewirtschaftungspolitik in den Waldregionen die Hauptursache - neben Brandstiftungen (warum auch immer).

      Schönen Tag.

    • Hätte ich vom Handelsblatt nicht gedacht - wieder nur Panikmache 4.0 gespickt mit hysterischen Begriffen.
      Keine Faktenlage, keine Lösungsvorschläge nur - die Erde brennt!
      Nichts Neues und wieder - wohl Ablenkung von den wirklichen, wichtigen Themen und Aufgaben der Gegenwart.

      Das Hauptproblem, das Ansteigen der Weltbevölkerung und was getan werden kann - Fehlanzeige.

      Einfach nur schade und für die Menschen wenig hilfreich.

    • Ein Hauptrisiko wurde vergessen: Die erwartbaren Wirtschaftskatastrophe, die von der Energiewende ausgehen wird (falls diese Wende überhaupt kommt) . Derzeit macht die Wende ja eine Pause!

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