Grenzkonflikt: Tödliche Gefechte zwischen Thailand und Kambodscha
Bangkok. Die schwerste militärische Auseinandersetzung zweier Staaten in Südostasiens jüngerer Geschichte beginnt in den frühen Morgenstunden, unweit eines abgelegenen Hindutempels.
Auf wessen Staatsgebiet das rund 1000 Jahre alte Bauwerk mit dem Namen Ta Muen Thom steht, ist zwischen den Nachbarn Thailand und Kambodscha seit Jahrzehnten umstritten. Als am Donnerstag nur wenige Hundert Meter entfernt von der Anlage Schüsse zwischen Soldaten beider Länder fallen, wird aus dem alten Konflikt eine neue, tödliche Bedrohung für die Stabilität der Region.
Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, das Feuer zuerst eröffnet zu haben. Welche Seite die Wahrheit sagt, ließ sich wenige Stunden nach dem Vorfall nicht unabhängig klären. Fest steht, dass beide Länder anschließend eine drastische militärische Eskalation in Kauf nahmen.
Kambodscha feuerte Artilleriegeschosse auf Ziele in Thailand – mindestens elf Zivilisten und ein Soldat wurden dabei getötet. Thailand wiederum ließ Kampfflugzeuge des Typs F-16 aufsteigen und flog Angriffe auf Ziele in Kambodscha – der erste thailändische Luftangriff auf fremdem Staatsgebiet seit Jahrzehnten.