Großbritannien: Investitionsflaute bei britischen Windparks gefährdet Klimaziele
Windpark-Betreiber klagen über hohe Kosten, die von den staatlich festgelegten Preisen nicht mehr gedeckt würden.
Foto: REUTERSLondon. Nicht ein einziger Windparkbetreiber hat bei der jährlichen Auktion der britischen Regierung für neue Offshore-Windräder in der Nordsee ein Angebot abgegeben. Das gab das britische Energie- und Klimaschutzministerium am Freitag bekannt. Die Investitionsflaute bei der Windkraft ist nicht nur eine Blamage für den geplanten Ausbau der erneuerbaren Energiequellen, sondern gefährdet nach Meinung von Branchenexperten auch das gesetzliche Ziel der britischen Regierung, das Land bis 2050 klimaneutral zu machen.
„Das ist eine Katastrophe für die Energiesicherheit", sagte Ed Miliband, klimapolitischer Sprecher der oppositionellen Labour-Partei. Premierminister Rishi Sunak setzt unter anderem auf die Windkraft, um die Energieversorgung Großbritanniens unabhängiger von fossilen Brennstoffen wie etwa Gas zu machen. Zudem erhebt der Regierungschef den Anspruch, dass Großbritannien weltweit führend sein soll beim Klimaschutz.
Kritik kam aber auch von der Industrie: „Wir haben davor gewarnt, dass die Auktion die steigenden Kosten hätte angemessen berücksichtigen müssen“, sagte Dan McGrail, Geschäftsführer des Branchenverbands Renewable UK, „wenn die Regierung keine Preise anbietet, die Investoren eine Rendite ermöglichen, werden sie einfach woanders investieren.“