Kooperation: Militärmanöver von Russland und China: Muss der Westen Putins Bündnis mit Xi fürchten?
Russland und China: Im Westen wächst die Sorge, dass die beiden Supermächte sich politisch, ökonomisch und militärisch zusammenschließen.
Foto: dpaBerlin. Die Volksrepublik China schickt Truppen zu einem gemeinsamen Militärmanöver nach Russland, das unter dem Namen „Wostok“ am Dienstag beginnt und eine Woche lang andauern soll. Bereits im Jahr 2021 hatten die Streitkräfte der beiden Länder mehrfach zu Land und zu See miteinander geübt.
Im Westen wächst die Sorge, dass die beiden Supermächte sich politisch, ökonomisch und militärisch zusammenschließen. Was spricht dafür, was dagegen? Vier Expertinnen und Experten analysieren die Entwicklung.
Welche Ziele verfolgt Moskau mit der Kooperation?
Stefan Meister ist Russland-Fachmann der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP): „An diesem Militärmanöver unter russischer Führung nehmen auch andere Staaten teil, darunter Belarus, Indien, Tadschikistan und die Mongolei. Es ist also kein bilaterales Ereignis zwischen Russland und China. Für Russland ist es wichtig zu demonstrieren, dass es nicht isoliert ist und auch militärische Partner hat trotz westlicher Sanktionen wegen des Kriegs gegen die Ukraine.
Da es nicht das erste gemeinsame Manöver unter chinesischer Beteiligung ist, wird die Fähigkeit, gemeinsam militärisch zu handeln, erhöht. Gleichzeitig muss man sich genau anschauen, was geübt wird, wie viele Truppen wirklich teilnehmen und ob dies nicht in erster Linie Propagandazwecken dient. Wichtige Übungen führt die russische Armee bei diesen Manövern oft ohne die ,Partnerländer‘ durch. Bestimmte Truppen und Waffensysteme nehmen also nicht an den Manövern mit den sogenannten Partnern teil.