Liebling der Hardliner: „Eine Bestie, kein dummer Wodka trinkender Typ“: Putins neuer Ukraine-Befehlshaber
Der russische Kommandeur ist der neue Gesamtbefehlshaber der Truppen in der Ukraine.
Foto: dpaBerlin. Rohe Gewalt soll für Wladimir Putin jetzt die Wende im Ukrainekrieg bringen. So jedenfalls könnte man die Ernennung von Sergej Surowikin interpretieren, der zum Gesamtbefehlshaber der russischen Truppen in der Ukraine ernannt wurde.
Der 56-Jährige, der lange die russischen Luftstreitkräfte führte, ist bekannt für sein besonders brutales Vorgehen. Er trägt deshalb den Spitznamen „General Armageddon“.
Im Ukrainekrieg hat Surowikin bislang die Truppengruppe Süd angeführt, die die Stadt Sjewjerodonezk in der Region Luhansk erobert hat. Auch für die Truppen im Süden des Landes war er verantwortlich.
Seine Ernennung freut vor allem die russischen Hardliner, die Putin zuletzt wegen ausbleibender Kriegserfolge immer offener kritisierten und eine Ausweitung des Kriegs bis zum Einsatz von Nuklearwaffen fordern. So nannte der einflussreiche Chef der Söldnergruppe Wagner Jewgeni Prigoschin „legendär“, er sei ein Vorbild, dem alle Russen nacheifern sollten.
Prigoschin spielt hier vor allem auf die Brutalität und Rücksichtslosigkeit des neuen Befehlshabers an. Surowikin ließ 1991 auf unbewaffnete prodemokratische Demonstranten schießen, um die Sowjetunion zu retten, und wurde dafür später zu einem halben Jahr Haft verurteilt. Es hatte drei Tote gegeben.