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Iran-ProtesteErste Hinrichtungen im Iran befürchtet – Trump droht Teheran

Live-BlogMusks Satelliten-Internet Starlink kostenlos im Iran +++ Auswärtiges Amt in Berlin bestellt Irans Botschafter ein +++ Von der Leyen will weitere EU-Sanktionen gegen Iran vorschlagen +++ Der Newsblog. 14.01.2026 - 12:11 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Ausgebrannte Fahrzeuge säumen eine Straße in Teheran. Foto: via REUTERS
14.01.2026 – 11:11 Uhr Jana Brüntjen

Irans Justiz warnt vor „Zusammenarbeit“ mit Exilsender

Irans Justiz hat die Bevölkerung vor der Zusammenarbeit mit einem Exilsender gewarnt. Jegliche Zusammenarbeit, Interaktion und jeglicher Informationsaustausch mit dem persischsprachigen Sender „Iran International“ seien verboten, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft einem Bericht des iranischen Rundfunks zufolge. 

Trotz einer Internetsperre können viele Menschen im Land den Sender über TV-Satelliten empfangen. Anders als die staatlichen Fernsehprogramme, die starker Zensur unterliegen, berichtet „Iran International“ ausführlich über die Protestwelle – auch mit vielen Hinweisen, die den Sender aus dem Land erreichen. Reporter vor Ort hat der Sender nicht.
14.01.2026 – 10:24 Uhr Lara Dehari

Trump kündigt Unterstützung für iranische Demonstranten an

14.01.2026 – 01:45 Uhr Angelika Ahrens

Trump droht Iran erneut mit hartem Eingreifen der USA

US-Präsident Donald Trump hat der Regierung Irans für den Fall, dass Teheran festgenommene Demonstranten hinrichten lässt, mit einem entschlossenen Eingreifen der Vereinigten Staaten gedroht. „Wir werden sehr hart reagieren“, sagte der Republikaner dem TV-Sender CBS News in Detroit. „Falls sie das machen, werden wir sehr entschlossen handeln.“ Trump machte auf Nachfragen des Moderators keine genaueren Angaben, welche Schritte die US-Regierung in Erwägung zieht. „Das Ziel ist es, zu gewinnen. Ich gewinne gerne. Und wir gewinnen“, sagte Trump weiter.
14.01.2026 – 10:12 Uhr Anna Kipnis

Regierungen im Nahen Osten raten USA von Eskalation mit Iran ab

Regierungen im Nahen Osten raten den USA von einem Eskalationskurs im Umgang mit der Gewalt gegen Demonstrierende im Iran ab. Ein in der ägyptischen Hauptstadt Kairo ansässiger Diplomat aus der Region am Persischen Golf, der anonym bleiben wollte, sagte der Nachrichtenagentur AP Mittwoch, im Falle eines Krieges der USA mit der Islamischen Republik befürchte man „beispiellose Konsequenzen“.

Regierungen in der Nahostregion, darunter die der Türkei, Ägyptens, Saudi-Arabiens und Pakistans, stünden in permanentem Kontakt mit Washington, weil ein möglicher US-Angriff auf den Iran das Potenzial habe, zu einem umfassenden Krieg zu eskalieren. Ein solcher Krieg hätte „mit Sicherheit“ verheerende Folgen „nicht nur für den Nahen Osten, sondern auch für die Weltwirtschaft“, sagte der Diplomat.
14.01.2026 – 10:06 Uhr Anna Kipnis

Irans Außenminister telefoniert mit französischem Kollegen

Nach europäischer Kritik am gewaltsamen Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen Demonstranten hat Irans Außenminister mit seinem französischen Kollegen telefoniert. In dem Gespräch mit Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot seien unter anderem die „Ereignisse der vergangenen Tage“ besprochen worden, schrieb Abbas Araghtschi auf seinem Telegram-Kanal.

Barrot hatte die blutige Niederschlagung der Massenproteste im Iran am Dienstag scharf verurteilt und den iranischen Botschafter einbestellt. Im Parlament sprach er von einem „Ruf nach Freiheit“ und einer „friedlichen Revolte“, die auf unerträgliche und unmenschliche Weise unterdrückt würden. Auch Deutschland und weitere europäische Länder hatten die iranischen Vertreter als Zeichen des Protests einbestellt.
14.01.2026 – 05:45 Uhr Anna Kipnis

Iranische und katarische Vertreter sprechen über Proteste im Iran

Iranische und katarische Vertreter haben sich im Zusammenhang mit den andauernden Protesten im Iran und einer möglichen militärischen Reaktion der USA beraten. Ali Laridschani, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Iran und Ex-Parlamentspräsident, telefonierte am Dienstag mit Katars Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani. Auf X erklärte Al Thani, er habe „die Unterstützung des Staates Katar für alle Bemühungen zur Deeskalation sowie für friedliche Lösungen zur Stärkung von Sicherheit und Stabilität in der Region bekräftigt“.

Katar war im Juni während des zwölftägigen Krieges zwischen Israel und dem Iran in die Auseinandersetzungen hineingezogen worden, als die Islamische Republik als Vergeltung für US-Luftangriffe auf ihre Atomanlage US-Truppen auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Udeid außerhalb von Doha ins Visier nahm.
14.01.2026 – 02:07 Uhr Angelika Ahrens

Aktivisten: Inzwischen mehr als 2500 Tote im Iran

Die Zahl der Todesopfer bei den Protesten im Iran ist nach Angaben von Aktivisten auf mindestens 2.571 gestiegen. Die in den USA ansässige Gruppe Human Rights Activists News Agency (HRANA) ergänzte in der Mitteilung vom Mittwochmorgen (Ortszeit), dass es sich bei 2403 der Toten um regierungskritische Demonstranten gehandelt habe, 147 weitere hätten mit der Führung in Teheran in Verbindung gestanden. Unter den Toten seien zwölf Kinder sowie neun Zivilisten, die sich nicht an den Protesten beteiligt hätten. Mehr als 18.100 Menschen seien verhaftet worden.

Unabhängig ließen sich die Zahlen von HRANA nicht überprüfen. Bei früheren Protesten hatte die Organisation aber verlässliche und letztlich akkurate Zahlen geliefert.
13.01.2026 – 22:31 Uhr Angelika Ahrens

Wadephul: Herrscher im Iran ohne Legitimation

Außenminister Johann Wadephul sieht angesichts der staatlichen Gewalt gegen Demonstranten im Iran keine Legitimation mehr für die Führung in Teheran. Wenn ein „Regime“ Demonstrationen nur noch mit Waffengewalt niederschießen könne, sehe man, dass es „am Ende“ sei, sagte der CDU-Politiker in den ARD-„Tagesthemen“ am Rande seines US-Besuchs. 

Er fügte hinzu: „Es verliert jede Legitimation. Es verliert jede Berechtigung, dieses Land zu regieren.“ Wadephul sprach von Gewaltexzessen und einer menschenverachtenden Vorgehensweise, die man lange nicht mehr gesehen habe. „Das ist an Niedertracht nicht mehr zu überbieten.“ 
13.01.2026 – 22:14 Uhr Angelika Ahrens

Musks Satelliten-Internet Starlink kostenlos im Iran

Angesichts von Internet-Blockaden im Iran hat Elon Musks Weltraumfirma SpaceX ihren Satelliten-Dienst für das Land kostenlos gemacht. Entsprechende Informationen von Aktivisten wurden dem Finanzdienst Bloomberg von SpaceX-Kreisen bestätigt. SpaceX machte dazu zunächst keine offiziellen Angaben. Die iranische Regierung greift angesichts der landesweiten Proteste seit Tagen zu weitreichenden Internetsperren.

Um Starlink zu nutzen, braucht man spezielle Antennen und Empfangsgeräte. Sie sind im Iran verboten, werden aber dennoch ins Land geschmuggelt. Nach früheren Schätzungen könnten sich etwa 20.000 der Terminals im Land befinden. Die Gruppe Holistic Resilience, die für Internet-Zugänge im Iran sorgen will, geht inzwischen sogar von mehr als 50.000 Geräten aus, wie ihr Chef Ahmad Ahmadian Bloomberg sagte.

13.01.2026 – 18:19 Uhr Patricia Hoffhaus

Irans Ex-Kaiserin ruft Militär auf: Schließt euch Protest an

Irans Ex-Kaiserin Farah Pahlavi, die Frau des 1979 gestürzten persischen Schahs, hat die Streitkräfte im Iran aufgerufen, sich „in diesem kritischen Moment der iranischen Geschichte“ den Protestierenden anzuschließen. „Bedenkt, dass das Überleben einer Regierung und der Erhalt von Errungenschaften niemals das Vergießen des Blutes eurer Landsleute rechtfertigen“, schrieb die in Paris lebende Ex-Kaiserin auf der Plattform X.
13.01.2026 – 16:12 Uhr Patricia Hoffhaus

Großbritannien will zusätzliche Sanktionen gegen Iran verhängen

Die britische Regierung will wegen des blutigen Vorgehens gegen Demonstranten im Iran neue Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängen. Außenministerin Yvette Cooper erklärte am Dienstag vor dem britischen Unterhaus, geplant seien umfassende und weitere Sanktionen, die auf Finanzen, Energie, Transport und andere wichtige Wirtschaftszweige abzielten. Zuvor hatte das Außenministerium den iranischen Botschafter einbestellt, um die Reaktion Londons auf das Geschehen im Iran zu erläutern.
Die Welt blickt auf den Iran, und das Vereinigte Königreich wird den Lügen des Regimes weiterhin entgegentreten, seine Repression anprangern und die notwendigen Schritte zum Schutz der britischen Interessen unternehmen.
Britische Außenministerin Yvette Cooper
13.01.2026 – 15:42 Uhr Patricia Hoffhaus

Frankreich verurteilt Gewalt gegen Proteste im Iran scharf

Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot hat die blutige Niederschlagung der Massenproteste im Iran scharf verurteilt und den iranischen Botschafter einbestellt. Barrot sprach im Parlament in Paris von einem „Ruf nach Freiheit“ und einer „friedlichen Revolte“, die auf unerträgliche und unmenschliche Weise unterdrückt würden.
13.01.2026 – 15:34 Uhr Patricia Hoffhaus

Auswärtiges Amt bestellt Irans Botschafter ein

Angesichts des äußerst harten Vorgehens von Regierungskräften gegen Demonstranten im Iran hat das Auswärtige Amt den Botschafter des Landes einbestellt. Die Brutalität des Regimes sei schockierend, teilte das Ministerium auf der Plattform X zur Begründung mit. Auch andere europäische Länder wie Frankreich, Großbritannien, Italien und die Niederlande haben den jeweiligen iranischen Botschafter einbestellt.
13.01.2026 – 15:16 Uhr Patricia Hoffhaus

Kallas: Diskutieren zusätzliche Sanktionen gegen Iran

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten im Iran scharf verurteilt und weitere Konsequenzen in Aussicht gestellt. Zur Frage, ob die Machthaber in Teheran binnen Tagen oder Wochen gestürzt werden könnten, äußerte sie sich aber nicht im Detail. „Niemand weiß, was die nächsten Tage bringen“, sagte Kallas bei einem Treffen mit Verteidigungsminister Boris Pistorius in Berlin.

Es gebe Sanktionen gegen Iraner, die für Menschenrechtsverletzungen, Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und die Unterstützung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine verantwortlich seien. „Und wir diskutieren die Verhängung weiterer Sanktionen“, sagte Kallas. Sie bewunderte den Mut des iranischen Volkes und erklärte, in Teheran herrsche ein Regime, das Angst vor den eigenen Menschen habe.
13.01.2026 – 15:10 Uhr Patricia Hoffhaus

Trump kündigt Hilfe für iranische Demonstranten an

Angesichts der Massenproteste im Iran hat US-Präsident Donald Trump bis auf weiteres alle Gespräche mit der Führung in Teheran ausgesetzt und den Demonstranten Unterstützung in Aussicht gestellt. „Iranische Patrioten, protestiert weiter! Übernehmt eure Institutionen!“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er habe alle Treffen mit iranischen Regierungsvertretern abgesagt, bis das „sinnlose Tötung von Demonstranten aufhöre“. „Sie werden einen hohen Preis zahlen“, schrieb Trump und kündigte an, dass Hilfe unterwegs sei. Was genau er damit meinte, war zunächst unklar.
13.01.2026 – 14:38 Uhr Patricia Hoffhaus

Aktivisten: Zahl der Toten im Iran steigt auf 2.000

Die Zahl der Todesopfer bei den landesweiten Protesten im Iran ist nach Angaben von Aktivisten auf mindestens 2.000 gestiegen. Die in den USA ansässige Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) teilte am Dienstag mit, 1.847 der Todesopfer seien Demonstranten gewesen, 135 hätten Verbindungen zur Regierung. Außerdem seien neun Kinder und neun weitere Zivilisten ums Leben gekommen, die nicht an den Protesten teilgenommen hätten.

Nach Angaben von Menschenrechtlern sind bei den landesweiten Protesten mehr als 700 Demonstranten getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo bezifferte die Toten seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember auf mindestens 734. Die Organisation warnte aber auch davor, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer deutlich höher, gar bei Tausenden, liegen könnte. Die iranische Führung hat keine offiziellen Opferzahlen bei den regierungskritischen Demonstrationen genannt.
13.01.2026 – 14:11 Uhr Patricia Hoffhaus

Iran: Von der Leyen will weitere EU-Sanktionen vorschlagen

Angesichts der Lage im Iran plant die EU weitere Maßnahmen gegen die „für die Unterdrückung Verantwortlichen“. In enger Zusammenarbeit mit der Außenbeauftragten der EU, Kaja Kallas, würden rasch weitere Sanktionen vorgeschlagen werden, schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf sozialen Netzwerken. „Wir stehen an der Seite der Menschen im Iran, die mutig für ihre Freiheit demonstrieren.“
Ich verurteile den exzessiven Einsatz von Gewalt und die anhaltende Einschränkung der Freiheit auf das Schärfste.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen 
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dürfte es zunächst vor allem um Strafmaßnahmen gegen Verantwortliche für die Gewalt gegen Demonstranten gehen – möglicherweise auch gegen Minister. Gegen sie könnten EU-Einreiseverbote und Vermögenssperren erlassen werden.
13.01.2026 – 10:55 Uhr Lara Dehari

UN fordern Stopp von Gewalt und Internetblockade im Iran
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat die Gewalt der Sicherheitskräfte im Iran gegen Demonstranten verurteilt. Er rief die iranischen Behörden dazu auf, Gewalt gegen friedliche Demonstranten umgehend einzustellen sowie Internet und Telefonleitungen wieder herzustellen. „Das Töten friedlicher Demonstranten muss aufhören, und die Bezeichnung von Demonstranten als „Terroristen“, um Gewalt gegen sie zu rechtfertigen, ist inakzeptabel“, teilte Türk mit.

13.01.2026 – 10:33 Uhr Lara Dehari

Iranische Justiz klagt erste Demonstranten an

Die Justiz im Iran hat angesichts der laufenden Massenproteste gegen die Staatsführung erste Anklagen in die Wege geleitet. Die Staatsanwaltschaft in Teheran habe gegen mehrere festgenommene Personen Anklage erhoben, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Besonders schwere Fälle von „Randalierern“ würden demnach vorrangig und gesondert behandelt. Dazu zähle auch der Vorwurf der „Kriegsführung gegen Gott“ – ein Tatbestand, der nach islamischem Recht im Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann.

Bei früheren Protestwellen verhängte sie auch Todesurteile. Im Herbst 2022 gingen unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ landesweit Menschen auf die Straße. Im Zusammenhang mit den Unruhen ließ der Staat anschließend mindestens zwölf Personen hinrichten.
13.01.2026 – 09:27 Uhr Lukas Bay

Internationale Anrufe aus dem Iran wieder möglich

Nach einer tagelangen Kommunikationsblockade können Iranerinnen und Iraner erstmals wieder ins Ausland telefonieren. Das Internet bleibt unterdessen weiter gesperrt, wie Kontakte aus der iranischen Hauptstadt Teheran berichteten. Irans Sicherheitsapparat hatte die Bevölkerung angesichts von Massenprotesten seit Donnerstagabend von der Außenwelt abgeschnitten.

Bewohner der Millionenmetropole berichteten nun von schrecklichen Tagen. Ein junger Mann sagte: „Wir hören, dass täglich Hunderte Opfer – Tote und Verletzte – in die Krankenhäuser gebracht werden. Die Lage ist nicht gut.“ Und weiter: „Wir wissen nicht, was wir tun sollen.“ Während der Internet-Blockade konnten sich Iranerinnen und Iraner teils über Satellitenfernsehen informieren.
13.01.2026 – 07:21 Uhr Andreas Dörnfelder

Merz rechnet mit baldigem Ende der iranischen Staatsführung

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rechnet angesichts der Massenproteste im Iran mit einem baldigen Ende der dortigen Staatsführung. „Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen“, sagte er während seines Indien-Besuchs in Bengaluru.
13.01.2026 – 02:05 Uhr Angelika Ahrens

Aktivisten: Inzwischen rund 650 Tote bei Protesten im Iran

Die Zahl der Todesopfer bei den landesweiten Protesten im Iran ist nach Angaben von Aktivisten inzwischen auf mindestens 646 gestiegen. Es werde befürchtet, dass die Totenanzahl weiter steige, teilte die in den USA ansässige Human Rights Activists News Agency mit. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten innerhalb des Irans, das alle gemeldeten Todesfälle überprüft.

13.01.2026 – 02:01 Uhr Angelika Ahrens

Schah-Sohn Pahlavi drängt USA zum Eingreifen im Iran

Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, setzt angesichts der Massenproteste im Iran auf ein baldiges Eingreifen der USA. „Es müssen Maßnahmen ergriffen werden“, sagte Pahlavi in einem Interview mit dem US-Sender CBS News. „Der beste Weg, um sicherzustellen, dass weniger Menschen im Iran getötet werden, ist ein frühzeitiges Eingreifen, damit dieses Regime endlich zusammenbricht und all die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, ein Ende finden“, sagte er.

Pahlavi sagte, er habe mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump kommuniziert, gab jedoch keine Einzelheiten preis. Trump hatte zuvor gesagt, dass die USA die Lage im Iran sehr ernst nähmen. „Das Militär befasst sich damit, und wir prüfen einige sehr drastische Optionen. Wir werden eine Entscheidung treffen“, sagte er und fügte hinzu, dass er stündlich Berichte über die Entwicklung im Land bekomme. 
12.01.2026 – 23:34 Uhr Sarah Sendner

Nach US-Treffen: Wadephul fordert härtere Iran-Sanktionen

Außenminister Johann Wadephul hat nach einem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio schärfere Maßnahmen gegen die Führung in Teheran gefordert. Im Iran sehe man ein „Unrechtsregime“ ohne Legitimität im Volk, das gegen die eigene Bevölkerung Mittel einsetze, „die alle Regeln der Menschlichkeit verletzen“, sagte Wadephul.

Wadephul kündigte an, die Bundesregierung werde versuchen, Sanktionen auf die iranische Führung auszuweiten. Dazu zähle eine Listung im Terror-Sanktionsregime der Europäischen Union. Diese habe bislang nicht durchgesetzt werden können, weil dafür Einstimmigkeit in der EU benötigt werde. Er rief die Mitgliedstaaten auf, die Frage vor dem Hintergrund des gewalttätigen Vorgehens gegen Demonstrierende erneut zu prüfen.

Wadephul sprach dem iranischen Regime außerdem angesichts seines Vorgehens gegen die Demonstranten das Recht auf politische Führung ab. „Wir hören, dass Menschen, wie in der Vergangenheit, nicht nur gefangen genommen werden und schrecklicherweise gefoltert werden, sondern dass auch Schüsse fallen. Es gibt eine große Zahl von Toten“, sagte Wadephul nach einem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio am Montag in Washington. „Und es zeigt einmal mehr: Dieses Regime hat offensichtlich keine Legitimität mehr, keine Unterstützung mehr im iranischen Volk.“


12.01.2026 – 20:55 Uhr Sarah Sendner

Blatt: Trump-Berater drängen beim Iran auf Diplomatie statt Militär

In der US-Regierung drängen einem Medienbericht zufolge führende Berater von Präsident Donald Trump auf eine diplomatische Lösung im Konflikt mit dem Iran. Unter der Leitung von Vizepräsident JD Vance plädierten sie dafür, vor einem möglichen Militärschlag zunächst auf Gespräche zu setzen, wie das „Wall Street Journal“ am Montag unter Berufung auf Regierungsvertreter berichtete. Demnach prüft das Weiße Haus ein Gesprächsangebot Teherans zum iranischen Atomprogramm. Die Nachrichtenagentur Reuters und andere Medien haben berichtet, dass Trump am Dienstag mit seinen Beratern das weitere Vorgehen in der Iran-Frage erörtern will. Trump hatte am Sonntag erklärt, er wäge verschiedene Optionen ab, darunter auch militärische.
HB
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