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Österreich Strache versucht ein Comeback in Wien

Der durch die Ibiza-Affäre gestürzte Rechtspopulist und Ex-Vizekanzler tritt bei der Landtagswahl in der österreichischen Hauptstadt an – mit der neuen Rechtspartei DAÖ.
28.02.2020 - 17:13 Uhr 1 Kommentar
Die Chancen des früheren FPÖ-Chefs werden als gering betrachtet. Quelle: Reuters
Heinz-Christian Strache

Die Chancen des früheren FPÖ-Chefs werden als gering betrachtet.

(Foto: Reuters)

Wien Statt eines beruflichen Neuanfangs setzt der frühere Chef der rechtspopulistischen FPÖ auf ein politisches Comeback in seiner Heimatstadt Wien. Bei den Landtagswahlen im Herbst will der gelernte Zahntechniker für die neue Rechtspartei „Allianz für Österreich“ (DAÖ) in der österreichischen Hauptstadt antreten. „Es wird einen Neustart mit mir geben“, sagte der 50-Jährige. Damit treibt Strache die Spaltung im rechten Block voran. Denn auch seine frühere Partei FPÖ wird in Wien wieder antreten.

Heinz-Christian Strache war im Mai 2019 durch die Ibiza-Affäre als Vizekanzler gestürzt. Die Koalition der FPÖ mit der ÖVP unter Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zerbrach. Später wurde Strache von der FPÖ ausgeschlossen und vom früheren Verkehrsminister Norbert Hofer als Parteichef abgelöst.

In der kommenden Woche wollen Strache und die DAÖ entscheiden, unter welchem Namen sie in die Landtagswahl in Wien gehen werden. Die Wahl in der Donaumetropole soll voraussichtlich im Oktober stattfinden.

Zum Comeback Straches sagte der Wiener Fraktionschef der liberalen Neos, Christoph Wiederkehr: „Wir brauchen in Wien ganz sicher keinen gescheiterten Ex-Politiker, der in Ibiza das halbe Land verscherbeln wollte und vorgezeigt hat, wie illegale Parteienfinanzierung funktioniert.“

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    Die Chancen Straches auf das Bürgermeisteramt in Wien sind sehr gering. Seit dem Zweiten Weltkrieg regiert die SPÖ die österreichische Hauptstadt, derzeit in einer Koalition mit den Grünen. Zur Landtagswahl im Herbst tritt auch Gernot Blümel, Finanzminister und Kurz-Vertrauter, als Spitzenkandidat an.

    Die Kandidatur Strache ist unterdessen keine Überraschung. Bereits im Januar deutete Strache in den Wiener Sophiensälen, in denen einst die NSDAP in Österreich gegründet, seine Kandidatur an. „Ein starkes Comeback ist nur mit eurer Unterstützung möglich“, rief er damals seinen Anhängern zu.

    Zuspruch sinkt durch Spesen-Affäre

    Gründer der im Dezember aus der Taufe gehobenen FPÖ-Abspaltung DAÖ ist der frühere Rennfahrer Karl Baron. Der Transportunternehmer, der sich auf die Entsorgung von Bauschutt und einen Kran- sowie Baggerverleih spezialisiert hat, sitzt bereits seit einem Jahrzehnt im Wiener Landtag.

    Wie groß die Anhängerschaft von Strache noch ist, ist unklar. Das von „Spiegel“ und „Süddeutscher Zeitung“ veröffentlichte, heimlich aufgenommene Video mit einer angeblichen Oligarchentochter auf der spanischen Ferieninsel kostete ihm viel Zustimmung bei Rechtspopulisten und Rechtsradikalen in Österreich. Innerhalb der FPÖ brach Strache eine Spesen-Affäre das Genick.

    Er soll die monatlichen Spesen der Partei in Höhe von 10.000 Euro angeblich auch für private Ausgaben missbraucht haben. Frühere Mitarbeiter hatten ihn schwer belastet. Er hätte beispielsweise Ausgaben für seinen Swimmingpool und Whirlpool sowie Nachhilfe für seine Kinder unrechtmäßig abgerechnet. Strache bestreitet die Vorwürfe. Zu den gegen ihn laufenden Ermittlungen sagte Strache zuletzt: „Ich habe ein reines Gewissen. Ich sehe dem gelassen entgegen.“

    Mehr: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz wettet auf Schwarz-Grün in Deutschland.

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