Polen: Polnische Einzelhandelskette Zabka vor Börsendebüt in Warschau
Danzig. In Polen steht einer der größten Börsengänge in Europa in diesem Jahr vor der Tür: Die Banken legten am Donnerstag den Ausgabepreis für Aktien der Einzelhandelskette Zabka mit 21,50 Zloty am oberen Ende der angepeilten Spanne fest – ein Zeichen dafür, dass die Emission bei Anlegern auf Interesse trifft. Das Debüt an der Warschauer Börse ist für nächste Woche geplant.
Mit einem Erlös von 6,45 Milliarden Zloty (1,5 Milliarden Euro) wäre es der viertgrößte Börsengang in diesem Jahr in Europa – nach der spanischen Luxusgruppe Puig, dem Schweizer Hautpflegekonzern Galderma und dem Hauptaktionär von Zabka, dem Finanzinvestor CVC Capital. Fünf Prozent der Aktien sollen Privatanlegern zugeteilt werden.
Zabka betreibt fast 11.000 Lebensmittelläden in Polen, die auch Kaffee, Burger und Hot-Dogs verkaufen und mit ihrem grünen Design mancherorts das Straßenbild prägen. Die Marke gehört zu denjenigen mit dem größten Wiedererkennungswert in Polen. Das 1998 gegründete Unternehmen will weiter wachsen und sein Netzwerk bis 2028 auf rund 14.500 Läden in Polen vergrößern. Zuletzt expandierte Zabka nach Rumänien und will dort bis Ende des Jahres 50 Filialen aufmachen.
Falls die Mehrzuteilungsoption bei dem Börsengang vollständig ausgeübt wird, steigt der Erlös auf 1,7 Milliarden Euro. Insgesamt wird das Unternehmen mit knapp fünf Milliarden Euro bewertet. Für die Warschauer Börse wäre es das größte Debüt seit 2020, als der Online-Marktplatz Allegro seine Erstnotiz feierte.