Russland: Säbelrasseln oder ernste Gefahr? Russland will Armee massiv ausbauen
Berlin. Russland bereitet sich nach Einschätzung von Militäranalysten auf eine größere militärische Auseinandersetzung mit der Nato vor. „Nicht sofort, aber wahrscheinlich in einem kürzeren Zeitrahmen, als einige westliche Experten ursprünglich angenommen haben“, heißt es in einer neuen Studie des Institute for the Study of War (ISW). Darauf deuteten finanzielle, ökonomische und militärische Indikatoren hin.
So hat Russlands Verteidigungsminister Sergei Schoigu diese Woche – kurz nach der Wiederwahl von Präsident Wladimir Putin – angekündigt, die Landstreitkräfte um zwei „Armeen“ mit 16 neuen Brigaden und 14 zusätzlichen Divisionen aufzustocken.
Genaue Zahlen nannte der Minister zwar nicht. Aber nach Angaben eines Kenners des russischen Militärapparats würde dies bedeuten, dass die Truppenstärke von aktuell rund 1,1 Millionen aktiven Soldaten um knapp die Hälfte auf 1,5 Millionen steigen würde.
Im laufenden Jahr steckt Russland fast ein Drittel seines Gesamthaushalts oder mehr als sechs Prozent seiner Wirtschaftsleistung ins Militär. Das Budget wuchs so unter Putin auf rund 110 Milliarden Dollar. Das ist ein erheblicher Betrag, allerdings muss Russland daraus auch die Löhne für seine Soldaten bestreiten und neues Material beschaffen.