Seltene Erden: Wie EU-Firmen das Vertrauen in China verlieren
Peking. Chinas Exportkontrollen sorgen für einen Sinneswandel bei europäischen Firmen in der Volksrepublik. Mehr als ein Drittel der Unternehmen will sich in der Beschaffung von seltenen Erden und anderen kritischen Rohstoffen unabhängiger von China machen. Das ergab eine Blitzumfrage der europäischen Handelskammer in der Volksrepublik unter ihren Mitgliedern.
Dafür nehmen die Firmen auch höhere Kosten in Kauf. Ein Unternehmen schätzte, dass durch die Diversifizierung zusätzliche Kosten in Höhe von 20 Prozent seines weltweiten Bruttoumsatzes entstehen. Seltene Erden werden für viele Hightech-Produkte benötigt, unter anderem für Elektroauto-Motoren und Windkraftanlagen.
Chinas Exportkontrollen hätten die Unsicherheit für europäische Unternehmen in China weiter erhöht, sagte Jens Eskelund, Präsident der EU-Kammer in China.
Viele Firmen drohten „Produktionsverlangsamungen oder sogar -stopps“, warnte er. Die Kammer ist eine Interessenvertretung europäischer Unternehmen in China mit mehr als 1700 Mitgliedern.
Die EU-Kammer hatte im November ihre Mitglieder zu den Auswirkungen der Exportkontrollen befragt. Von den 131 Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, gab mehr als die Hälfte an, von den Ausfuhrbeschränkungen betroffen zu sein oder Auswirkungen zu erwarten.