Südamerika: Brasiliens Außenminister: Freihandelsvertrag mit EU im Sommer unterschriftsreif
Die neue brasilianische Regierung will Brasilien zurück auf die Weltbühne bringen, nachdem das Land unter Vorgänger Bolsonaro weitgehend isoliert war.
Foto: IMAGO/FotoarenaBrasilia. Das Freihandelsabkommen zwischen den südamerikanischen Mercosur-Staaten und der EU kommt voran und könnte bereits im Sommer unterzeichnet werden. Davon geht Brasiliens Außenminister Mauro Vieira aus. Im Handelsblatt-Interview erklärte Vieira, Brasilien beabsichtige nicht, das fertige Verhandlungspaket noch einmal zu öffnen.
Alternativen könnten die Mercosur-Länder Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay bieten, so die Hoffnungen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen wirbt für eine „ambitionierte Handelsagenda“, die Europa den Zugriff auf begehrte Rohstoffe erleichtern soll.
Lange waren die Voraussetzungen für eine vertiefte Zusammenarbeit nicht mehr so günstig: Fünf Wochen nach dem Antritt der neuen brasilianischen Regierung wird immer deutlicher, dass Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und sein Außenminister Vieira die Außenpolitik des Landes neu ausrichten wollen. Für Europa dürfte die größte Volkswirtschaft Südamerikas massiv an Bedeutung gewinnen.