Südkorea: Der Druck auf Yoon wächst – auch aus der eigenen Partei
Demonstranten fordern in Seoul den Rücktritt von Yoon Suk Yeol. Foto: REUTERS
Seoul.
Die Staatskrise um den angeschlagenen Präsidenten Yoon Suk Yeol in Südkorea verschärft
sich. Der Vorsitzende der südkoreanischen Regierungspartei Han Dong Hoon sagte laut
südkoreanischer Nachrichtenagentur Yonhap, er halte es für notwendig, dass Präsident
Yoon unverzüglich auf die Ausübung seiner Amtsgeschäfte einstweilen verzichte. Ob
er am Samstag für den von der Opposition eingereichten Antrag auf eine Einleitung
eines Amtsenthebungsverfahrens stimmt, ließ er zunächst offen.
Noch am Donnerstag hatte Han Dong Hoon gesagt, er werde versuchen, dass seine Partei
gegen einen solchen Antrag stimmt. Jetzt sagte er, er sehe die Gefahr, der Präsident
könne erneut radikal agieren.
Am späten Dienstagabend (Ortszeit) hatte Yoon überraschend
das Kriegsrecht in Kraft gesetzt und es wenige Stunden später nach massivem politischem
Widerstand wieder aufgehoben. Es war das erste Mal seit dem Übergang Südkoreas zur
Demokratie Ende der 1980er Jahre, dass das Staatsoberhaupt des Landes das Kriegsrecht
verhängte.
Die Opposition reichte daraufhin einen Antrag für ein Amtsenthebungsverfahren im Parlament
ein. Er soll am Samstag zur Abstimmung kommen. Die größte Oppositionspartei wirft
dem konservativen Staatsoberhaupt Verfassungsbruch vor und fordert seinen sofortigen
Rücktritt.
Erstpublikation: 06.12.2024, 04:52 Uhr.